Drittortbegegnung in Straßburg

Vom 20.-24. April hatten wir die Möglichkeit, uns mit Schüler:innen unser Partnerschule aus La Rochelle in Straßburg zu treffen.
Die Drittortbegegnung hatte das Ziel, uns französischen und deutschen Schülerinnen und Schülern die Chance zu geben, über die Herausforderungen der Demokratie in Europa nachzudenken.

Die spannende Woche wurde von DFJW gefördert. Das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) ist eine internationale Organisation im Dienst der deutsch-französischen Freundschaft. Aufgabe des DFJW ist es, die Verbindungen zwischen jungen Menschen in Deutschland und Frankreich auszubauen und ihr Verständnis füreinander zu vertiefen. Seine Gründung geht auf den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag, den Élysée-Vertrag, von 1963 zurück.

Wir haben die wichtigsten Institutionen der EU kennengelernt. Hierzu gehörte auch das Europäische Parlament. Es war sehr interessant zu sehen, wie alles zusammenhängt, was Demokratie ausmacht und wie sie sich in Europa entwickelt hat. Im Parlament wurde deutlich, dass der Bürger im Mittelpunkt steht und auf die Politik Einfluss nehmen kann. Auch die Ausstellung über Simone Veil und das Europaviertel mit seinen Institutionen (z. B. Europarat, EGMR) haben das Thema greifbar gemacht. Nach unserem Besuch im europäischen Parlament, machten wir uns mit gemischt sprachigen Teams auf den Weg, um mit einer Rallye das europäische Viertel in Straßburg zu erkunden.

Besonders beeindruckend war, dass wir jeden Tag die deutsch-französische Grenze überquert haben. Plötzlich waren die Ansagen in der Straßenbahn alle auf Französisch! Die Woche hat gezeigt, wie wichtig die Freundschaft zwischen unseren Ländern für eine gelebte Demokratie ist. Das haben wir auch in unseren Abschlussarbeiten ausdrücken wollen.

Wir sollten ein kurzes PSA-Video (ein öffentlichwirksames Video im Format des Public Service Announcement) drehen, um andere über Europa, Demokratie und die deutsch-französischen Beziehungen zu informieren und zur aktiven Mitgestaltung zu motivieren. Hier haben wir wieder in gemischten Gruppen gearbeitet und dadurch viel voneinander gelernt.
Während der Woche konnten wir nicht nur fachliche Inhalte lernen, sondern auch digitale, technische und sprachliche Fähigkeiten stärken.

Ein Hauptpunkt war der interkulturelle Austausch. Schon am ersten Tag hat das super geklappt: Wir wurden in gemischten französisch-deutschen Zimmern untergebracht und konnten uns durch verschiedene Kennenlernspiele kennenlernen. Dadurch war das Eis schnell gebrochen. Über die ganze Woche hinweg haben wir in wechselnden Gruppen gearbeitet und unsere Meinungen zu den Themen ausgetauscht.

Der Besuch in Straßburg hat besonders gezeigt, wie sehr der europäische Aufbau und die deutsch-französische Versöhnung dazu beigetragen haben, Menschen in Europa näherzubringen und Frieden zu sichern. Da Straßburg auch historisch eine wichtige Rolle in Europa spielt, war es besonders spannend, die Stadt zu erkunden. Auf der Bootsfahrt durch alte und neue Teile von Straßburg, haben wir alle viel Neues gelernt. Auch der Besuch der Kathedrale war, durch die interessante Architektur, ein absolutes Highlight.

Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Rolle der Medien und sozialen Netzwerke. Im Tomi-Ungerer-Museum haben wir verschiedene Kommunikationsformen gesehen — zum Beispiel absurde Motive, Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart und die eindrucksvollen Plakate zum Vietnamkrieg. Unser Highlight: In einem Workshop durften wir selbst zeichnen und mit ein paar Strichen kreative Ideen umsetzen.

Insgesamt waren alle sehr zufrieden — wir hatten viel Spaß dabei neue Leute kennenzulernen und die Woche war sehr bereichernd und viel zu schnell vorbei. Einige von uns haben sich deswegen schon für die nächste Austauschfahrt mit der Partnerschule nach La Rochelle angemeldet.