EU-Planspiel zur Flüchtlingspolitik des neunten Jahrgangs

Zum Ende des Schuljahres führten wir (der Wahlpflichtkurs Europa aus den 9. Klassen geführt von Herrn Brück) ein interessantes Planspiel durch. In den vergangenen Wochen haben wir uns intensiv mit Migration und Emigration in Europa beschäftigt. Wir schauten uns historische Fakten an sowie die aktuelle Flüchtlingspolitik der EU. Jetzt, am Dienstag, den 15. Juli, wendeten wir unser neu gewonnenes Wissen in einem Planspiel an.

Bei dem Planspiel übernahm jede*r von uns die Rolle eines EU-Staates und vertrat dessen Einstellung zur Flüchtlingsfrage. Zwei Schülerinnen hatten eine besondere Rolle inne: die der Präsidentin des Europäischen Rates und der Präsidentin der Europäischen Kommission, welche eine Idee der Kommission zum Thema Flüchtlingspolitik vorstellte.

Bei dieser Idee ging es um einen Verteilungsschlüssel für Migrant*innen, bei dem die Verteilung der Flüchtlinge innerhalb der EU nach verschiedenen Kriterien erfolgen sollte. Beim vorgestellten Migrationsschlüssel sollten 40 % der Migrant*innen auf die bevölkerungsreichsten Länder aufgeteilt werden, 40 % auf die Länder mit dem höchsten BIP, 10 % auf die Länder, welche in den letzten Jahren am wenigsten Asylanträge angenommen haben, und 10 % auf die Länder mit der höchsten Arbeitslosenquote.

Am Dienstag kamen wir als Europäischer Rat in der Kuhle zusammen und diskutierten über den Vorschlag. Zuerst eröffnete die EU-Ratspräsidentin den Sondergipfel, dann stellte die EU-Kommissionspräsidentin den Verteilungsschlüssel vor, und anschließend legte jedes Land in einem kurzen Statement die Meinung seines Landes dar.

Danach wurde eine 30-minütige Pause eingelegt, in der wir mit den Vertreter*innen der anderen Länder diskutierten. Währenddessen versuchten die Präsidentin des Europäischen Rates und die EU-Kommissionspräsidentin, zwischen den Ländern zu vermitteln, sodass am Ende möglichst eine Einigung zustande kommt. Nach der Pause stimmten wir über den Vorschlag ab, und am Ende des Sondergipfel-Planspiels konnte folgende Pressemitteilung herausgegeben werden:

„Bei dem EU-Sondergipfel am 15.07.2025 ging es um einen von der EU-Kommission vorgeschlagenen Verteilungsschlüssel für Migrant*innen. Der Lösungsvorschlag wurde von den wirtschaftlich starken Ländern überwiegend positiv aufgenommen. Länder mit geringerem BIP forderten mehr finanzielle Unterstützung, um alle Migrant*innen versorgen zu können. Deshalb wurde ein von Schweden vorgeschlagener Fonds in Verbindung mit dem Verteilungsschlüssel zur Diskussion gestellt. Alle EU-Länder sollten einen Prozentsatz ihres BIPs einzahlen, und Länder, die viele Migrant*innen aufnehmen, sollten durch ihn finanziell unterstützt werden. Auch dieser Vorschlag konnte nicht alle überzeugen, sodass dem Vorschlag nicht stattgegeben wurde und die Diskussion um die Flüchtlingsfrage ein anderes Mal fortgeführt werden soll.“

Es machte uns allen Spaß, in eine andere Rolle zu schlüpfen und über Migration zu diskutieren. Und obwohl am Ende keine Einigung zustande kam, haben wir alle viel dazugelernt und blicken jetzt vielleicht anders auf die Diskussion der EU zur Flüchtlingsfrage.

(Laura 9a, Alina 9b)