[ Stormarner Tageblatt vom 2.3.2018 ]

Großer Bahnhof  für Bildungsministerin Karin Prien am Eckhorst-Gymnasium: Sie war gekommen, um das Prädikat Europaschule zu verleihen. Die Zertifizierung wurde gestern mit einem Festakt  gefeiert, eingerahmt von der Europahymne  zu Beginn und zum Abschluss. „Wir profitieren von Europa“, sagte sie, „wer die Bilder aus Syrien sieht kann ermessen, was über 70 Jahre Frieden für uns bedeuten.“ Das sei eine Gnade nach den Bruderkriegen der Vergangenheit.

Das Gymnasium arbeite intensiv für die europäische Idee durch Schüleraustausch und den Unterricht von fünf Sprachen: Deutsch, englisch, französisch, spanisch und italienisch. „Neben der deutschen wächst so auch eine europäische Identität, Stück für Stück in der Vielfalt der Sprachen.“ Toleranz und Versöhnungsbereitschaft nach schwerem Leid seien Grundlagen dieser Idee.

Bildungsministerin Karin Prien übergab das Zertifikat an den Leiter des Eckhorst-Gymnasiums, Herbert Diebold. Foto: MEIER
Bildungsministerin Karin Prien übergab das Zertifikat an den Leiter des Eckhorst-Gymnasiums, Herbert Diebold. Foto: MEIER Bildungsministerin Karin Prien übergab das Zertifikat an den Leiter des Eckhorst-Gymnasiums, Herbert Diebold. Foto: MEIER

Dass sie wieder in Gefahr ist, verdeutlichte Schulleiter Herbert Diebold: „Es sind Bewegungen entstanden, die Europa infrage stellen.“ Persönliche Egoismen trügen aber nie zum Wohl der Allgemeinheit bei. „Wir wollen Zeichen setzen, dass wir solidarisch und friedlich zusammenleben.“ Das Zertifikat sei ein Ansporn für eine Erziehung zu Weltoffenheit und europäischen Werten.

Das Gymnasium ist die 43. Europaschule im Land. Es gibt Kontakte zu Schulen in Polen, Frankreich, Italien, Spanien und sogar Brasilien. Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht lobte die europäische Orientierung. Austausche in Familien hinein seien Ankerpunkte, um internationale Freundschaften zu fördern. „Wir haben inzwischen zwei Klassen für Deutsch als Fremdsprache“, sagte Schülersprecher Maximilian Wesselly. Der europäische Grundgedanke sei an der Schule fest verankert. Beeindruckt zeigte sich die Ministerin vom Radio- und Fernsehstudio der Schule, wo sie interviewt wurde: „Was hier gemacht wird, sollte in den nächsten Jahren ins ganze Land getragen werden.“ jpmEuropaschuleshz