[ erschienen in 4/2017 Jäger in Schleswig-Holstein Mitgliederzeitschrift des Landesjagdverbandes]

Das Wildkameraprojekt des LJV ist mit Erfolg angelaufen. In neun Schulen Schleswig-Holsteins beschäftigen sich Schüler der versehiedenen Jahrgangsstufen mit den Bildern von Wildkameras, urn heimisches Wild zu bestimmen und sich mit der heimischen Fauna auseinander zu setzen. An dieser Stellte werden die SchüIer künftig über ihr Projekt berichten. Den Anfang machen in diesem Monat die Schüller des Eckhorst Gymnasiums aus Bargteheide.

Praktische Biologie macht we­sentlich mehr Spaß als Theorie ins Klassenzimmer. Das wussten wir, seit wir im letzten Jahr Blüten­pflanzen bestimmt und fotogra­fiert hatten. Also klar, dass wir uns freuten, als Herr Meyer uns das Wildkameraprojekt vorstellte.

Raus gehen, Fotos analysieren und so etwas über die heimischen (Wild)arten erfahren, so etwas macht man nicht alle Tage!

Als wir dann Anfang November 2016 in Sichtweise der Häuser von Ammersbek die zwei Kameras des LJV und die drei von Herrn Meyer installierten, kamen bei uns einige Zweifel auf...Hier, kaum 400 Meter von Terrassen und Gärten entfernt sollten Rehe, Wild­schweine und Co. herumlaufen? Aber Herr Meyer sagte nur: „Ihr werdet schon sehen!" Heute — knapp fünf Monate später haben die Kameras über 5000 Fotos geliefert: Reh- Dam, Rot- und Schwarzwild, Hasen, Füchse, Steinmarder, Dachse, Fasanen, Kraniche, Reiher, Rabenkrähen und Tauben haben sich vor den Kameras versammelt. Es ist wirklich erstaunlich, wie nah uns die Tiere sind, obwohl wir sie kaum je zu Gesicht bekommen.

Da jedes Tier gemäß unserer Kameraeinstellung mehrfach fo­tografiert wurde (Dreierserie), haben wir über 3000 Bilder gelöscht und nur die besten gespeichert. Zurzeit sind wir damit beschäftigt die Daten aufzulisten. Unsere Kriterien sind unter anderem Ort und Zeit, sowie Anzahl und Tierart der Individuen. Auch versuchen wir, einzelne Tiere wiederzuerkennen, was natürlich bei den männlichen Hirschartigen durch die Geweihe am Einfachsten ist, und bei den Sauen eine echte Herausforderung darstellt. Im Endeffekt erhoffen wir uns, so mehr über die Bewegungsmuster der Tiere zu lernen und bestimmen zu können, wie viele Tiere insgesamt durch den von uns beobachteten Bereich ziehen. Soviel wissen wir aber schon: Es sind mindestens zwei Rehböcke, vier Rothirsche und fünf verschiedene Damhirsche auf den Fotos zu sehen. Die Rehböcke tauchen nur auf Bildern von zwei Kameras auf, während die Rot- und Damhirsche an vier Kameras vorbeiziehen. Auch ist uns klar geworden, dass die Westseite der Au, an der die Kameras stehen, ein beliebter Wechsel ist und die Tiere die Au bei Hochwasser nicht überqueren. In einigen Wochen wollen wir dann, wenn wir uns mit Populationsökologie beschäftigen, wieder auf die Wildarten zurückkommen und exempla­risch die Zunahme der Wildschweinpopulation errechnen.

Lara Kretschmar und Neele Haarmann, Q1b Eckhorst Gymnasium Bargteheide und Iris Comdührlandesjagdverband 1024, 4/2017