[ Stormarner Tageblatt vom 16.3.2017 ]
Alle Preisträger des Bargteheider Stadtradelns im Ratssaal. Bargteheide wurde so zur fahrradaktivsten Kommune in Stormarn Foto: jpm
 Alle Preisträger des Bargteheider Stadtradelns im Ratssaal. Bargteheide wurde so zur fahrradaktivsten Kommune in Stormarn Foto: jpm  Alle Preisträger des Bargteheider Stadtradelns im Ratssaal. Bargteheide wurde so zur fahrradaktivsten Kommune in Stormarn Foto: jpm
 
Bargteheide.876 Teilnehmer haben am Stadtradeln teilgenommen und legten dabei 90 100 Kilometer zurück. Bargteheide wurde so fahrradaktivste Kommune in Stormarn. Die Aktiven wurden jetzt im Ratssaal geehrt.
 

Zuvor wurden Projekte Bargteheider Schulen vorgestellt. So haben Schüler aus dem fünften Jahrgang des Kopernikus-Gymnasiums ein Windrad konstruiert. Es ist nach unten hin angehängt und dadurch stabiler als ein herkömmlicher Mast. Die Schüler präsentierten ein Modell im 3-D-Druck. „Wir wollen jetzt einen Prototyp bauen, der sich für Massenproduktion eignet“, sagt Philipp Özren. Die Gruppe sei im Gespräch mit Statiker und Ingenieur des Fraunhofer-Instituts. Der Prototyp der Windturbine soll später auf dem Dach des KGB Strom erzeugen. Mit dem Projekt wollen die Schüler am Wettbewerb „Jugend forscht“ teilnehmen.

Bisher erzeugen Photovoltaik-Anlagen auf vielen Schuldächern den umweltfreundlichen Strom. „Die Eigenversorgungsquote mit Strom liegt damit bei 70 Prozent“, sagt Bargteheides Klimaschutzmanagerin Ulrike Lenz. Im vergangenen Jahr seien damit 91 Tonnen Kohlendioxid eingespart worden. Rechnerisch autonom sei bereits die Energieversorgung des Klärwerks. Mit Photovoltaik und der Verstromung von Klärgas in zwei Blockheizkraftwerken werde das erreicht. Damit gewann das Klärwerk einen mit 10 000 Euro dotierten Preis, mit dem ein Lehrpfad finanziert wurde. Ziel aller Projekte ist Klimaschutz durch weniger Kohlendioxid. „Es gibt ein Einsparpotenzial von 906 Tonnen pro Jahr“, so die Diplomingenieurin. Das sei die Hälfte der heutigen Emissionen. Zwei Nahwärmenetze sind in Planung. Die Anlage für Freibad und Eckhorst-Gymnasium wird bereits ausgeschrieben. Damit können allein 65 Prozent oder 450 Tonnen des bisherigen Kohlendioxid-Ausstoßes eingespart werden.

Die energiesparende Umrüstung der Straßenbeleuchtung ist nahezu abgeschlossen, die ökologische Sanierung der „Vogelsiedlung“ in vollem Gang. Auch andere Schulen engagieren sich. Die „Klimawächter“ am Eckhorst-Gymnasium sind seit zehn Jahren aktiv. Mit einer Klima-Kultur-Woche schärften sie das Bewusstsein, es gab auch eine Modenschau mit recycelter Kleidung. Im Rahmen des fifty-fifty-Projekts erhielten sie jetzt eine Zusatzprämie von 1135 Euro. Weitere 120 Euro kamen für ihre Teilnahme am Stadtradeln, bei dem sie mit 13 339 Kilometern den zweiten Platz belegten. Vorn lag das KGB mit 35624 Kilometern, dafür gab es 150 Euro von der Stadt.

Fahrradaktivstes Team mit den meisten Kilometern pro Teilnehmer war die „Liegende Fraktion“. Bei Einzelpersonen lag hier der ADFC vorn. Bei den absolut meistgefahrenen Distanzen legte die Triathlon-Sparte des TSV mit 7178 Kilometern die längste Strecke zurück.
jpmstadtradeln Preistraeger