Programmier-Asse aus Bargteheide

Hendrik kam mit dem Team vom Eckhorst Gymnasium ins Halbfinale der Software-Challenge.
Darum ging es: das Spielfeld von Six Pack.

Die Zwölftklässler vom Eckhorst Gymnasium machen schon zum vierten Mal mit und liegen auf Platz acht.

Fotos: Bettina Albrod

 

Bargteheider Schüler beteiligen sich an der Software-Challenge der Uni Kiel.

[ Lübecker Nachrichten vom 21.5.2014]

Von Bettina Albrod
Bargteheide – Bill Gates hat in einer Garage angefangen, Bargteheider Schüler starten im Klassenzimmer: Drei Gruppen am Eckhorst Gymnasium haben sich jetzt für die Champions League im bundesweiten Informatik-Wettbewerb Software-Challenge qualifiziert. Dabei geht es darum, einen virtuellen Spieler für das Computer-Spiel Six Pack so zu programmieren, dass er alle anderen Spieler übertrumpft. Ausrichter des Wettbewerbs ist das Institut für Informatik an der Universität Kiel.

Insgesamt haben sich 53 Teams mit 438 Schülern beworben, von denen die Hälfte nach 24 Spieltagen schon ausgeschieden ist, darunter auch die Regensburger Domspatzen. Die drei Bargteheider Teams sind noch dabei, wobei die Schüler des zwölften Jahrgangs – aktuell Platz acht – noch Chancen auf einen der vorderen Plätze haben.

Auf dem Monitor erscheint ein Spielfeld, auf dem sich wie von Geisterhand Spielsteine hin und her bewegen. Es gilt, sie ähnlich wie bei Domino mit gleichen Motiven aneinander zu reihen, dabei müssen die Schüler aber auch im Blick haben, welche Strategie der gegnerische Client, so der Fachbegriff, verfolgt. „Unserer Finalspieler – falls wir soweit kommen – ist noch nicht fertig“, erklärt Joshua (18), der zu den Profis gehört. Das Team hat schon einmal ganz vorne gelegen, denn Informatiklehrer Heiko Rahf ist seit vier Jahren im Wettbewerb engagiert. „Wir haben den Wettbewerb 2006 das erste Mal angeboten“, erläutert Organisatorin Ulrike Pollakowski von der Uni Kiel. „Wir möchten damit das Thema Informatik schon in der Oberstufe verankern und den Wettbewerb als Lockmittel einsetzen, um Studenten zu bekommen.“Einige der einstigen Stipendiaten hätten das Studium bereits absolviert und sich heute als Programmierer selbständig gemacht.

Denn weiterer Anreiz für das Studium sind 100 Stipendien, die den Besten unter den Guten ein Jahr lang 300 Euro im Monat fürs Informatikstudium zugestehen. Der Bargteheider Zwölftklässler Kai (18) hat bereits eins.Während Hendrik (16) aus der zehnten Klasse Alphabetacutting und Algorithmen erläutert, ahnen die Zuhörer, dass er auch bald eins haben wird. Die Figuren kommen ganz simpel bei den Schülern an, Ziel des Wettbewerbs ist ein Aufmotzen des virtuellen Spielers, der immer bessere Strategien programmiert bekommt.„Man muss in die Tiefe programmieren“, erklären Joshua, Kai und Lars, „es kommt darauf an, den wahrscheinlichen Gegenzug des anderen Spielers mitzuberechnen.“ Zudem gelte es, den programmierten Code zu vereinfachen, um die eigene Figur schneller zu machen. Die hat nur immer zwei Sekunden Zeit für ihren Zug.“

Ein Vierteljahr hat Heiko Rahf seinen Schülern die Programmiersprache beigebracht, Vieles haben die in Gruppenarbeit oder zu Hause ergänzt. „Die Schüler erreichen hier die Vorstufe vom Entwickler“,  erklärt Rahf und träumt von intelligenten Autos, die untereinander kommunizieren, um Unfälle zu vermeiden. Vielleicht steht so was dann mal in einer Bargteheider Garage – programmiert im  Klassenzimmer.


Geld aus der Industrie

Die Software-Challenge ist ein Schulprojekt, das durch das Institut für Informatik der Uni Kiel veranstaltet wird und das durch zahlreiche Industrie-Unternehmen finanziert wird. Gegenstand der Software-Challenge ist ein Programmierwettbewerb, der während des gesamten Schuljahres läuft und der den Schülern die Möglichkeit bietet,  mit Spaß und Spannung sowie mit kompetenter Begleitung in die Weltder Informatik einzusteigen.