[ Bargteheider Markt vom 26.10.2013 ]

Das Radio Eckhorst sorgt für Musik und aktuelle Themen
Alexandra Wolf (rechts) und Carina Otto gehen im gläsernen Studio auf Sendung. Die professionelle Radiokiste kommt vom Offenen Kanal Kiel. Foto: M.Kattler-Vetter
Bargteheide (mkv). In der Schule mit der Kuhle geht es in der langen Pause am Dienstag hoch her: Radio Eckhorst Bargteheide versorgt die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums mit neuesten Meldungen, angesagten Themen und viel Musik.

Seit mehr als vier Jahren ist das von Schülern selbst produzierte Radio REB auf Sendung, immer dienstags für eine halbe Stunde. Die Moderatoren der Live-Sendung sind von ihren Zuhörern nur durch eine Glasscheibe getrennt: Das gläserne Studio steht direkt in der Pausenhalle und sendet in das pädagogische Zentrum des Gymnasiums Eckhorst, die „Kuhle”.

Als Lehrer Michael Schwarz im Schuljahr 2009 das Projekt innerhalb des mediendidaktischen Fachunterricht anstieß, hatte er einen PC und zwei Mikrofone zur Verfügung, heute erlauben 15 digitale Mikros vielschichtige Recherchemöglichkeiten, Interviews und vor Ort aufgenommene Beiträge der Schüler für abwechslungsreiche Sendeinhalte.

Der Koordinator für schulfachliche Aufgaben und ehemalige Hörfunkjournalist von RSH und RS2 Berlin kennt sich aus in der Materie und ergriff begeistert die Chance, die Medienkompetenz der Schüler weiter auszubauen. Die am Radioprojekt beteiligten 15 Schülerinnen und Schüler der siebten bis 13. Klasse haben schnell gemerkt: Zum Radiomachen braucht man vor allem Leidenschaft und gute Ideen, der Rest funktioniert dann fast von alleine. Alexandra Wolf kam vor drei Jahren an die Schule und ist seitdem mit Feuereifer dabei. Die19-jährige Abiturientin ist wie alle anderen Radiomacher Redaktionsmitglied, Moderatorin, Produzentin und Programmdirektion in einer Person,hat als „Älteste“ zudem die Projektleitung, berät und gibt den Neulingen Hilfestellung. „Wir teilen uns die Arbeit gut auf“ beschreibt sie die kollektive Arbeitsweise des Radioteams und demonstriert das beeindruckende technische Equipment im gläsernen Studio, „einige schreiben prima Moderationen, senden aber nicht so gerne, andere interessieren sich mehr für die Technik und wollen weniger ans Mikro – das machen wir dann.“

Produziert werden Magazinsendungen, die alles aufgreifen, was auf dem Schulhof Thema ist. Auch Medienproduktionen aus dem Unterricht bekommen eine Plattform. Die Redaktion trifft sich mehrmals wöchentlich, der Einsatz geht aber deutlich darüber hinaus, vieles läuft auch außerhalb der Schule: Recherche, Interviews, Musikauswahl, die Produktion von Jingles und Hot-keys, den immer wiederkehrenden Erkennungsmelodien und Zwischenschnitten – all das erstellen die Radiomacher in ihrer Freizeit.

„Die Schülerinnen und Schüler arbeiten völlig eigenständig und selbstverwaltet“, betont Michael Schwarz, der zwar koordiniert, aber weder inhaltlich noch restriktiv eingreift, „das Team identifiziert sich sehr stark mit der Schule und erwirbt dabei ein hohes Maß an Medienkompetenz. Nur wer weiß, wie Medien gemacht werden, weiß auch, wie sie funktionieren und kann sich selbst eine Meinung bilden.“ In den letzten Monaten wurde das Studio baulich und technisch zu einem professionellen Studio aufgerüstet. Durch Sparsamkeit und viel Eigenleistung reichte das Geld aus Fördermitteln, Spenden und dem Preisgeld des gewonnenen JugendProjektPreis auch noch für Seminare und Workshops für die jungen Radiomacher.

Die wachsende Professionalität ist unverkennbar. REB sendet als südlichstes Außenstudio des Offenen Kanals Kiel mit professionellem Radioequipment, der Radiokiste,die den Radiomachern als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt wurde. Damit haben sie auch Zugriff auf rund 5000 Musiktitel, die nach Wunschlisten des Hörer gespielt werden: „Manchmal tanzen die sogar in der Kuhle“, freut sich Alexandra über das direkte Feedback, „dann wissen wir, dass wir den Nerv getroffen haben.“ Getreu dem Motto „Stillstand ist Rückschritt“ bleibt die Entwicklung natürlich auch am Medienzentrum Eckhorst nicht stehen: Jüngstes Projekt ist ein schuleigener TV-Kanal, der in der nächsten Woche an den Start geht. Mit der Unterstützung durch „Medien-Bufdi“ (Bundes-Freiwilligen-Dienst) Jan Meifarth soll die Medienkompetenz weiter ausgebaut werden – übrigens nicht nur die der Schüler, sondern auch die der Lehrer, die die neuen Medien künftig verstärkt im Unterricht einsetzen können. Das Schul-TV-Projekt wird als AG angeboten, schon jetzt haben sich mehr als 20 Schülerinnen und Schüler angemeldet, die an der außerhalb der Schulzeit stattfindenden AG teilnehmen wollen. Ein größeres Kompliment an die Schule kann es wohl kaum geben.