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gymnasium eckhorst

„Ein eigenes Schulfernsehen, von Schülerinnen und Schülern erdacht und produziert. Es wird die Identifikation aller Beteiligten mit dem Gymnasium Eckhorst Bargteheide weiter ausbauen. Hauptsächlich geht es dabei aber um den Spaß an der Medienproduktion - Medienkompetenz erwerben die Beteiligten dazu noch quasi als „Abfallprodukt“ nebenbei“, erzählt Michael Schwarz, der Koordinator für schulfachliche Aufgaben. REB-TV soll der Sender heißen, und ein „Bufdi“ wird das Projekt maßgeblich mitgestalten: Seine Aufgaben reichen von der Organisation des Sendeequipments bis zur Hilfe beim Schnitt.

Die Idee, einen Bundesfreiwilligen einzustellen, kam auf, weil die Schule den Schwerpunkt Medienbildung weiter ausbauen wollte. Als Vorbild diente der Bereich FSJ im Sport. Inzwischen ist die Organisation abgeschlossen und alles ist vorbereitet. Durch die Besetzung der Schulleitungsstelle zum Schwerpunk „Lernen mit und durch neue Medien“ wurde die personelle Voraussetzung zur Stärkung dieses Bereiches geschaffen und die Schule hat sich mit dem Schulverein als Rechtsträger als Einsatzstelle im Bundesfreiwilligendienst bzw. Freiwilligen Sozialen Jahr (Kultur) anerkennen lassen. Im August soll die Stelle erstmals besetzt werden.

Foto © Jan Meifarth

Der Bufdi kann an Vorhandenes anknüpfen. Ein Schulradio gibt es hier schon seit drei Jahren. In einem voll ausgestatteten Hörfunkstudio produzieren und senden die Schüler die wöchentliche Radiosendung Schulradio REB Radio Eckhorst Bargteheide. Zurzeit baut die Schule ein neues Gebäude an, in dem ein Raum allein für die TV-Produktion vorgesehen ist. Die nötige Technik für die TV-Produktion ist hier vorhanden: Drei Schnittplätze, drei Kameras, ein Bluescreen sowie ein Lichtkoffer und ein Beamer zur Großbildprojektion. Den Betrieb stellt zurzeit die Projektleitung sicher, zukünftig soll der Bufdi das übernehmen und dabei mit Schüler-Medienlotsen zusammenarbeiten.

Hier werden auch Sendungen für den Offenen Kanal Kiel produziert, der eng mit der Schule kooperiert und auch das TV-Programm ausstrahlen wird. Nina Soppa von der Medienanstalt Hamburg Schleswig-Holstein ist Referentin für Medienkompetenz und hat die Schule bei der Planung beraten. „Besonders wichtig ist uns“, sagt sie, „dass hier die medienpädagogischen Arbeit in den regulären Schulunterricht integriert wird. Zwar werden auch eigene Radio- und TV-Sendungen von Schülerinnen und Schülern unter Anleitung produziert. Das wichtigste Ziel ist aber der kritische und reflektierte Medienumgang der jungen Menschen.“ Das Schul-TV-Projekt schließt an die Erfahrungen des 2009 erfolgreich initiierten Medienprojektes „Radio Eckhorst Bargteheide REB“ an. 2011 bekam die Schule dafür den Jugendprojektpreis der Bürgerstiftung Region Ahrensburg.

Im neuen Gebäude wird außerdem ein Lern- und Medienzentrum eingerichtet. PC- und Gruppenarbeitsplätze mit digitalen Tafeln und eBeam, in der Bibliothek, von der Elterninitiative betreut, können die Schüler eigenständig mit Medien arbeiten und recherchieren. Der Bufdi wird sie dabei beaufsichtigen. Auch Medienprojekte in Oberstufenkursen zu begleiten gehört zu seinen Aufgaben. Er unterstützt zudem die Schule dabei, die Ausbildung für Schüler-Medienlotsen umzusetzen, Handy-Scouts an der Schule zu etablieren und den PC- und Internetführerschein (PIF) in der Orientierungsstufe zu etablieren. Denn auch die jüngsten Schüler sollen an den reflektierten Umgang und Gebrauch digitaler Medien herangeführt werden.

Dementsprechend integriert das Gymnasium Eckhorst Bargteheide die Medienbildung in den Unterricht. In der Mittelstufe wird das Fach „Medien“ als  ein- und zweijähriges Wahlpflichtfach angeboten, ein Oberstufenprofil mit dem Schwerpunkt Medien wird ab dem neuen Schuljahr erstmals durchgeführt.

Und auch das neue TV-Produktionsstudio soll für den Unterricht genutzt werden. Medienlehrer Schwarz: „Der Einsatz von Sendetechnik ist grundsätzlich in allen Fächern denkbar. In Deutsch, Religion und Geschichte liegen die Einsatzmöglichkeiten ja quasi auf der Hand. Der Einsatz funktioniert aber auch in Fächern wie beispielsweise Mathe oder Physik – die nötige Reduktion auf wesentliche Inhalte beispielsweise ist etwas, das in Referaten immer wieder gefordert wird und in einer Aufgabenstellung „Produktion eines Info-Films“ notwendigerweise umgesetzt werden muss. Mit der Unterstützung durch den Bufdi soll die Hemmschwelle möglichst vieler Kolleginnen und Kollegen sinken, Medien produktiv im Fachunterricht einzusetzen“.

Es geht also um die langfristige Implementierung der Medienkompetenzförderung. Die Besetzung der BFD-Stelle im neuen Medienzentrum ermöglicht es entsprechende Projekte an der Schule aufzubauen. Das Schul-TV-Projekt wird erst einmal als AG angeboten, mit dem Ziel, wie Schwarz betont, „den Schülern den größtmöglichen Gestaltungsspielraum zu geben, um das Produktionsstudio zu einer identifikationsstiftenden Einrichtung des Schullebens aufzubauen. Das übergeordnete Ziel  des TV-Projektes ist es, die Medienbildung an der Schule signifikant zu fördern.“ Das Konzept umzusetzen erfordere die Bildung aller Bereiche, die im Medienbildungskonzept der Schule enthalten sind: „Medienbildung umfasst für uns das „Lernen über Medien“ (Medienerziehung) und das „Lernen mit Medien“ (Mediendidaktik). Sie schließt analoge und digitale Medien ein und bezieht sich auf einen weiten Medienbegriff, der Medienprodukte, Medieninstitutionen, Medientechnologien und Medien als symbolische Codes umfasst.“

Um die Anforderungen bewältigen zu können, wird der Bufdi intensiv geschult. Es gibt eine Seminarbegleitung durch die Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung SH als Träger des BFD Kultur in Schleswig-Holstein und zusätzliche Schulungen vom Offenen Kanal Schleswig-Holstein sowie dem Projektleiter und Diplom AV-Journalist Michael Schwarz. Auch Lehrkräften stehen diese Angebote offen.

Das Projekt REB-TV mit Unterstützung eines Bufdi ist zunächst auf zwei Jahre angelegt, soll aber ein fortlaufender Teil des Schulangebots werden. Nach der Projektphase von zwei Jahren soll das Projekt soweit etabliert sein, dass eine dauerhafte Finanzierung der Stelle erreicht werden kann. Momentan fördert die Medienanstalt Hamburg/ Schleswig Holstein die BFD-Stelle als innovatives Projekt zu 50 Prozent. Weitere 50 Prozent kommen aus einer privaten Stiftung. Die Ausstattung des Medienzentrums wird gefördert durch die Sparkassenstiftung Stormarn und den Schulverein.