Initiative ist landesweit bislang einmalig / 420 Lehrkräfte und 16 Experten kommen zusammen

[Stormarner Tageblatt vom 1.3.2013]

Sie engagieren sich für bessere Bildung in Bargteheide und im Umland (vorn von links.): Christiane Hemming (Anne-Frank-Schule, AFS), Andrea Aust (Emil-Nolde-Schule), Ira Glückstadt (Albert-Schweitzer-Schule) und Maike Rottmann (Johannes-Gutenberg-Schule JGS), hinten v. l.: Sabine Mairhöfer (JGS), Sabine Zacharias (Kopernikus-Gymnasium, KGB), Christina Höppner (Grundschule Mollhagen), Maren Henrichs (AFS), Andres Zacharias (KGB), Christian Larsen (Dietrich-Bonhoeffer-Schule, DBS) und Astrid Kubillus (Gymnasium Eckhorst). Foto: jpm

Bargteheide Bisher einmalig in Schleswig-Holstein ist eine Initiative Bargteheider Pädagogen. Sie laden zu einem Bildungstag am 26. August ein, um das System Schule weiter zu verbessern. Eingeladen sind etwa 420 Lehrkräfte, die in Bargteheide, im Amtsbereich und der Region arbeiten. „Wir wollen die Zusammenarbeit untereinander stärken, uns fachlich weiterbilden und die Schulen enger vernetzen“, sagt Andrea Aust vom Vorbereitungsteam.

Als Referenten sind hochkarätige Bildungsexperten eingeladen. Der Schweizer Peter Fratton etwa hat eine Pädagogik des autonomen Lernens in einer gestalteten Umgebung entwickelt. Danach sind bereits viele „Häuser des Lernens“ entstanden. Sein Fortbildungs-Thema ist der Weg vom Lehrer zum Begleiter. Fratton hält den Einführungsvortrag. Auch die übrigen Referenten wie Margret Rasfeld wollen selbstbestimmte Lernprozesse in Gang setzen und befürworten eine Pädagogik von Respekt, Verantwortung und Herausforderung.

„Wir erwarten Anregungen für eine wertschätzende Leistungsbeurteilung“, sagt Sabine Mairhöfer. Gemeinsam sollten Wege gefunden werden, wie das Lernen für Schüler und Lehrer mehr Spaß mache. Andrea Aust hofft auf neue Impulse für die praktische Arbeit mit den Schülern. Durch bessere Zusammenarbeit der Lehrer könne der Übergang auf weiterführende Schulen sanfter gestaltet werden, so Andres Zacharias. Er hofft, dass sich dazu ein Arbeitskreis etabliert: „Es soll etwas entstehen, das über den Tag hinaus wirkt.“ Oberstes Ziel der Aktion sei, die Unterrichtsqualität zu verbessern, fasst Ira Glückstadt zusammen. Insgesamt 16 Experten sind eingeladen, die in 16 Workshops mit den Pädagogen arbeiten werden. Genutzt werden dafür alle Gebäude des Bargteheider Schulzentrums. Der Bildungstag ist für Montag, 26. August, geplant. An den beteiligten Schulen gibt es an diesem Tag keinen Unterricht, dafür erhalten die Schüler zusätzliche Hausaufgaben. An den Grundschulen wird aber für eine Kinderbetreuung gesorgt.

20 000 Euro soll der Bildungstag kosten. Die Finanzierung ist bisher aber nur zum Teil gesichert. Immerhin 12 000 Euro wurden bereits zugesagt. Unter den Unterstützern sind die Sparkasse Holstein, der Arbeitgeberverband Nordmetall, Schulvereine, das Lehrerfortbildungs-Institut IQSH, die Bargteheider Rotarier und die Stiftung für Bargteheide. Die Pädagogen hoffen jetzt auf weitere Sponsoren, die das Projekt fördern möchten. Das Spendenkonto dafür hat die Stiftung für Bargteheide bei der Raiffeisenbank (BLZ 230 621 24) eingerichtet, die Kontonummer lautet 3344, das Stichwort Bildungstag 2013. Jens Peter Meier, 1.3.2013