[ HamburgerAbendblatt - Ahrensburger Zeitung vom 4.2.2012]

Bargteheide investiert 2,6 Millionen Euro in neue Räume, Mensa und größeres Lehrerzimmer

Viel Glas, ein bisschen Holz und roter Klinker: So wird der Neubau des Eckhorst-Gymnasiums aussehen
Entwurf: Architekturbüro Wobig

BARGTEHEIDE :: Das Bargteheider Eckhorst-Gymnasium hat 33 Klassen, aber nur 28 Räume. Eine Mensa? Bislang Fehlanzeige. Das Lehrerzimmer? Viel zu klein. Auch Musik- und Gruppenräume sind Mangelware. Aber das alles wird sich jetzt ändern. Im Sommer kann mit den Umbauarbeiten begonnen werden. Spätestens im nächsten Jahr soll alles fertig sein. 2,6 Millionen Euro investiert die Stadt in das Bauvorhaben. Wie es genau aussehen wird, steht jetzt auch fest. Denn die Jury hat entschieden – und zwar einstimmig.

Der Entwurf des Architekturbüros Wobig aus Oldesloe hat den Zuschlag erhalten. „Wir freuen uns sehr darüber. So ein Auftrag neben dem Alltagsgeschäft macht Spaß. Und wir können zeigen, dass wir in der Region leistungsfähig sind“, sagt Sven Wobig, der mit seinem Entwurf zwei Hamburger Mitbewerber auf die Plätze verwiesen hat.

Im Neubau werden auf 880 Quadratmetern vier Klassen-, zwei Gruppen- und zwei Musikräume entstehen. Der Umbau bestehender Räume auf 380 Quadratmetern gliedert sich in ein neues Medienzentrum für Bücher und Computer inklusive einem Lesebereich und einem „Kino“ mit Beamer sowie die Erweiterung des Lehrerzimmers. Wobig: „Das Besondere ist, dass die Mensa und das Forum etwa gleichgroße Quadrate bilden und mit den neuen Räumen einen Dreiklang bilden.“

Dem einstimmigen Votum der Jury, in der Vertreter des Eckhorst-Gymnasiums, der Politik und Bürgermeister Henning Görtz vertreten waren, ist der Bau- und Umweltausschuss jetzt gefolgt – ebenfalls einstimmig. „Überzeugt hat das durchdachte, funktionale Raumkonzept“, sagt Bauamtsleiter Jürgen Engfer. Einhellige Zustimmung fand auch die Art, wie der Neubau das bestehende Schulgebäude architektonisch fortführt. „Und das mit nur geringer Abweichung vom Bebauungsplan“, sagt Engfer.

Neu aufgestellt werden muss der Plan dennoch. Bis zum Sommer könnte er rechtskräftig sein. Danach könnte die Ausschreibung erfolgen. Vorher soll die Barrierefreiheit und die Statik der Dachkonstruktion geprüft werden. Sie soll im Bedarfsfall eine Bürgersolaranlage tragen können. Bereits im Frühjahr könnte die Ausschreibung für die Arbeiten erfolgen, die innerhalb der alten B-Plan-Grenzen geplant sind. Im Sommer könnte der Umbau beginnen. (M.T.)


Schöner Lernen am Eckhorst

[ Stormarner Tageblatt vom 4.2.2012 ]

Architektenbüro Wobig aus Bad Oldesloe stellt Entwurf für Gymnasiums-Erweiterung vor und beeindruckt die Ausschussmitglieder

Sehr ansprechender Lehrkörper: Die Außenansicht der Eckhorst-Erweiterung mit Mensabereich – rechts das bestehende Gymnasium.
Foto: Wobig

Bargteheide

Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Und so können sich Schüler und Lehrer des Eckhorst Gymnasiums schon so langsam auf den Erweiterungsbau freuen. Denn nun beginnt die heiße Phase: Nach vielen Zahlen und Fakten wurde der ausgewählte Entwurf am Donnerstagabend im Bau- und Umweltausschuss eingehend vorgestellt – siehe auch Extratext.

Wie berichtet fand dazu 2011 ein Architektenwettbewerb statt. Drei Büros reichten kurz vor Weihnachten ihre Entwürfe ein, die im Januar vorgestellt wurden. Eine Jury unter anderem aus Bürgermeister Dr. Henning Görtz, Eckhorst-Schulleiter Herbert Diebold sowie Schüler- und Elternvertretern entschieden sich einstimmig für den Plan des Bad Oldesloer Architektenbüros Wobig: „Das war der beste Entwurf“, betonte Bauamtsleiter Jürgen Engfer. Ebenso waren die Gremiumsmitglieder nach den Erläuterungen von Architekt Sven Wobig beeindruckt und hatten nur wenige Einwendungen, die in den Beschlussvorschlag mit einflossen: 1.) LED-Lampentechnik, 2.) Photovoltaikanlage auf dem Pultdach und 3.) Barrierefreiheit nicht nur per eingeplanter Rampe (15 000 Euro), sondern evtl. auch über einen 2. Fahrstuhl. Das sei allerdings eine Kostenfrage. Denn ein Fahrstuhl sei nicht unter 80 000 Euro zu haben, gab Senior Siegfried Wobig zu bedenken. Es gebe zwar einen Fahrstuhl an der Turnhalle, erklärte Jürgen Engfer. Doch der sei vom Neubauteil weit entfernt und fahre überdies nur vom Erdgeschoss ins Obergeschoss, deckt somit nicht den geplanten Medienbereich im Souterrain der Schule ab.

Ansonsten überzeugte der Entwurf auf ganzer Linie und untermauert, dass das Architektenbüro Wobig seine Hausaufgaben bestens gemacht hat: So wird auf bauliche Experimente gänzlich verzichtet und stattdessen der Eckhorst-Charakter mit der prägenden Stützenstruktur erhalten. „Struktur und Materialität werden im Neubau fortgesetzt“, sagte Sven Wobig und so noch für eine „Charakterstärkung der Schule“ sorgen. Holzelemente werten dann die Fassade auf. „Das Innenforum, das neue Außenforum und die Mensa bilden einen Dreiklang der Räume.“

In der multifunktionalen Mensa (EG) setzt der Architekt auf mobile Trennwände, beleuchtete Deckensegel, ein abgestimmtes Akustikkonzept, zentrale Lüftungsanlage und angenehme Möblierung – weg vom Kantinencharakter. Die Speisen werden halbgar angeliefert und dann in so genannten Dämpfern endgegart. So blieben die Vitamine erhalten, merkte Wobig an. Im Erdgeschoss sind ferner die beiden Musikräume angesiedelt, im Obergeschoss die vier Klassen- und zwei Gruppenräume.

Im Kellerbereich werden Leuchtzonen, Glasfassade und ebenso Deckenleuchten prägend sein und eine optimierte Lüftung für ein angenehmes Raumklima sorgen. Alles in allem macht der Entwurf eine sehr gute Figur und Lust auf mehr – auf Schöner Lernen am Eckhorst, ab Herbst 2013.
Volker Stolten