[ Hamburger Wochenblatt vom 28.9.2011 ]

Acer Account Manager Michael Thedens übergibt Schulleiter Herbert Diebold ein Netbook.
Foto: Schlie

Michel, Nele, Johanna und Jovanna aus der 8. Klasse haben sichtlich Spaß an den neuen Netbooks. Foto: Schlie

Pilotprojekt im Eckhorst Gymnasium

Von Christina Schlie

BARGTEHEIDE. Tafel und Kreide können in Zukunft der Vergangenheit angehören - zumindest in der Klasse 12c des Eckhorst Gymnasiums. Die digitalen Medien haben seit einiger Zeit Einzug in den Schulalltag gehalten und gewinnen zunehmend an Bedeutung. Jetzt geht das erste „vernetzte Klassenzimmer“ in  Schleswig-Holstein an den Start. Die Firma Acer ermöglicht dieses Pilotprojekt am Gymnasium Eckhorst und stattet die Schule mit 30 Netbooks für Schülerinnen und Schüler, einem Notebook für den Lehrer sowie einem interaktiven Whiteboard aus. Insgesamt 12 beteiligte Firmen ermöglichen und finanzieren dieses 25000 Euro teure Projekt und wollen auch in Zukunft dafür sorgen, dass das vernetzte Klassenzimmer in Bargteheide stets auf dem neuesten Stand der Technik ist. „Wir freuen uns sehr, dass unsere Schule für dieses Projekt ausgewählt wurde. Vieles im Bildungssystem befindet sich gegenwärtig in einem tiefgreifenden Wandel. Die Herausforderungen der Zukunft verlangen schon heute, die Jugendlichen auf ein lebenslanges Lernen vorzubereiten und ihnen die entsprechenden Methoden bereitzustellen.

Die vernetzte Schule

BARGTEHEIDE. Es ist wichtig, schon frühzeitig eigenständiges und selbstreguliertes Lernen zu lernen. Hier unterstützt der Einsatz elektronischer Medien das Lernen und besitzt heute einen hohen Stellenwert in der Schule“, erläutert Herbert Diebold, Schulleiter des Gymnasiums.

„Darüber hinaus sorgt die digitale Lernunterstützung für mehr Effizienz und Freude bei der schulischen Wissensvermittlung und für eine verbesserte Interaktion zwischen Lehrern und Schülern.“ Zur offiziellen Übergabe kamen neben den Firmenvertretern auch Landrat Klaus Plöger und Bürgermeister Henning Görtz. Diebold sah dies als gutes Zeichen, dass „sich Kreis und Stadt ihrer Verantwortung bewusst sind, Schulen leistungsstark und modern auszustatten“. Die  Entwicklung geht so weit, dass die Schüler in Zukunft in einer Datenbank erfasst werden können und somit Zugang zum Server der Schule bekommen. „Angedacht ist, dass gestellte Aufgaben zu Hause heruntergeladen werden können um Themen nachzuarbeiten oder vorzubereiten“, so Acer Account Manager Michael Thedens.

Acer ist Mitglied im Bündnis für Bildung und befürwortet eine Komplettlösung für die Schulträger. Neben Bargteheide gibt es in Deutschland bislang erst zwei ähnliche Projekte, in Berlin und München. International gesehen liegt Deutschland mit der technischen Ausstattung seiner Schulen noch weit unter dem Durchschnitt. Spitzenreiter im Vergleich ist England. „In den USA wundert man sich, dass wir noch mit Kreide schreiben“, schmunzelt Thedens. (cs)