Gymnasiasten bringen nachdenklich machendes Musical auf die Bühne

schwere zeit markt

Bild1 : Am Ende gibt es für Scheidungskind Lara (Pauline Witte) zumindest teilweise ein Happy End: Sie setzt sich gegen ihre bissige Konkurrentin Marina durch und darf in der Schulband "Die bunten Hosen" als Sängerin debütieren.

Bild 2: Marina (Laura Stein) ist Laras gefürchtete Konkurrentin um den Platz als Sängerin in der Schulband. Mit ihrer "Handtaschen-Gang" will sie die Jury von ihren künstlerischen Fähigkeiten überzeugen.

Fotos: C. Yaman

[ Bargteheider Markt vom 24.12.2011 ]

Bargteheide (cy). Scheidung ist bekanntlich eines der tramatischsten Ereignisse, das einem im Leben passieren kann. Besonders betroffen sind davon die Kinder in diesen Familien, die in diesen Situationen viel Unterstützung und Zuneigung benötigen. Was passieren kann, wenn dies ausbleibt, ist das Thema der neuen, künstlerisch gelungenen Produktion der Musical-Arbeitsgemeinschaft des Eckhorst Gymnasiums.

Der Titel ist mit "Schwere Zeit" nicht umsonst gewählt, denn eine wahrhaft harte Phase steht der Hauptfigurt Lara (dargestellt von Pauline Witte) bevor. Nicht uninformiert über die Probleme in der Ehe ihrer Eltern (Alina Beckers, Mathis Flemmning), trifft es sie dennoch völlig unvorbereitet, als diese ihr die Nachricht über ihre bevorstehende Scheidung mitteilen. Sie muss isch in der Folge gemeinsam mit ihrer Schwester Emma (Jil-Carolin Michow) nicht nur für ein Elternteil entscheidfen, sondern auch den Wohnort verlassen und sich in einer komplett neuen Lebenslage zurechtfinden. Wie bedrückend sich dies in der Seele von jungen Menschen manifestieren kann, ist der Inhalt des Musicals. Zum Glück gibt es jedoch im weiteren Verlauf nicht nur Widersacher und Konkurrenten, mit Chris (Marius Lauterbach), dem Bassgitarristen in der Band der neuen Schule, findet sich auch ein wohlgesonnener Mitschüler, der ihr Hilfe und Halt zu geben vermag.

Die Aufarbeitung des Problemfelds Scheidung erfolgt in "Schwere Zeit" auf eine sensible und gleichzeitig unterhaltende Art. Über die Hälfte der Aufführung besteht aus gesungenen Liedern, Raps und Tanzeinlagen, die teils das gerade Vorgetragene vertiefen, reflektieren oder kontrapounktieren. Das bewegende Drama – mit einem Lichtstreif am Ende – wurde unter der Leitung der beiden Lehrer Kolja Toll (Musik) und Augustin Noffke (Dramaturgie) von rund 30 Schülern inszeniert. Beteiligt sind hauptsächlich Vertreter der 8. und 9. Klassen, vereinzelt wirken aber auch Schüler aus den 5. bis 11. Klassen mit. Für die Tanzchoreografien zeigte sich Ulrike Glaser verantwortlich.

An dem Musical wurde ein dreiviertel Jahr lang getüftelt, es ist mittlereweile die fünfte Produktion der AG, die seit rund drei Jahren in fast unveränderter Besetzung zusammenarbeitet.

Warum die Musical-AG sich für ein nciht besonders leichtes Thema entscheiden hat, erläutert Augustin Noffke: "Scheidung und seine konsequenzen betreffen heutzutage viele Schüler. Musik und Kunst helfen jungen Menschen dabei, mit diesen schwierigen Umständen fertig zu werden". Sei Kollege Toll sihet es ähnlich: "Gesang und Darstellung bieten ganz andere Möglichkeiten als eine rein rationale Aufarbeitung. Es geht um verletzte Emotionen und diese werden mit diesen Mitteln am besten angesprochen", sagt er.