[Bargteheider Markt vom 2.3.2011]

Bargteheide (nil). „Es gibt zu wenig Informatik-Studenten. Jedenfalls zu wenig gute.” Der Mann, der das sagt heißt Manfred Schimmler und ist Professor an der Uni Kiel. „Um an die wirklich begabten Schüler heranzukommen, machen wir die Software Challenge”, sagt er. Und deswegen war er Ende vergangener Woche auch in Bargteheide. Genau genommen war Schimmler zu Gast am Eckhorst-Gymnasium, denn der Informatik-Kurs der dortigen zwölften Klasse hatte beim Probelauf des landesweiten Wettbewerbs den dritten Platz belegt.

Die Zwölftklässler des Eckhorst-Gymnasiums...
Die Zwölftklässler des Eckhorst-Gymnasiums... Die Zwölftklässler des Eckhorst-Gymnasiums...
eroberten beim Probelauf zur „Software Challenge” den dritten Platz. An diesem Donnerstag wird's ernst. Dann startet bei der Computerfachmesse CeBIT in Hannover die Hauptrunde des Wettbewerbs.
Foto: N. Tyczewski

Die Zwölftklässler mussten ein Computerspiel mit dem Namen „Schäfchen im Trockenen” nach der Vorlage vom „Fang den Hut” programmieren. Allerdings ist das Ganze etwas komplizierter. Das Computerprogramm muss in der Lage sein, das Spiel selbstständig zu spielen und den in der jeweiligen Spielsituation strategisch günstigsten Zug zu berechnen. Läuft alles nach Plan, macht es das besser, als der gegnerische Programm und gewinnt das Spiel. Kein Problem für die Eckhorst-Schüler. Ihr Programm ist schlau. Beim Probelauf der Software Challenge belegten sie damit den dritten Platz.

„Die Hauptaufgabe ist natürlich das Denken”, beschreibt Manfred Schimmler das Projekt. Dieses Denken dann in ein Programm zu übertragen sei dann das eigentlich schwierige. „Die Aufgabenstellung kommt dem Arbeitsalltag eines echten Informatikers schon sehr nahe”, so Schimmler weiter. Die Eckhorst-Schüler haben eine Menge Arbeit in ihr Projekt gesteckt. Nach den Unterrichtstunden bei ihrem Lehrer Heiko Rahf wurde in der Freizeit weiter programmiert. „Das war schon ziemlich aufwendig, aber es hat auch großen Spaß gemacht”, berichtet Michael Rüller aus der 12b.

Die Kieler Universität führt die Software Challenge seit 2004 durch. Ziel sei es, „die richtigen Schüler für ein Informatik-Studium zu begeistern und diesen eine Orientierung für die Berufswahl zu bieten”, sagt der Professor. Mittlerweile vergibt sein Fachbereich landesweit 20 Stipendien pro Jahr. Demnächst sollen es deutschlandweit 100 sein. „Wir sind damit sehr erfolgreich”, sagt Schimmler. Das Niveau an unserem Fachbereich ist deutlich gestiegen, seit wir den Wettbewerb durchführen und es gibt auch weniger Abbrecher.”

An diesem Donnerstag wird das Spiel auf der Computerfachmesse CeBIT in Hannover vorgestellt. Dann startet auch die die Hauptrunde des Wettbewerbs. 35 Teams aus 23 Schulen gehen dann an den Start. Die Klasse, deren Computerprogramm sich im Turniermodus gegen die Konkurrenz durchsetzt, kann dann beim Finale am 17. Juni in Kiel 1000 Euro gewinnen.