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Nach gemeinsam 81 Dienstjahren gehen die Gymnasiumsleiter Dr. Hans Ilmberger (KGB, rechts) und Christian Wendt (Eckhorst) zum Ende des Monats in den wohlverdienten Ruhestand. Beide sind Lehrer mit Leib und Seele, mit Herz und Leidenschaft. il2 th we3 th
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Schüler, Lehrer und Eltern werden sie vermissen: Dr. Hans Ilmberger (r.), Leiter des Kopernikus Gymnasiums, und Christian Wendt (l.), Leiter des Gymnasiums Eckhorst, hängen ihren Traumjob zum Ende des Monats an den Nagel. ilm th

[ Stormarner Tageblatt vom 23.1.2010 ]

Ruhestand .. Schulzeit vorbei

Für sie ist die Schule in Kürze aus
Nach gemeinsam 81 Dienstjahren gehen Dr. Hans Ilmberger und Christian Wendt Ende des Monats in den Ruhestand

Bargteheide - Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist ...: Demnach hätten die Schulleiter des Kopernikus und des Eckhorst Gymnasiums, Dr. Hans Ilmberger und Christian Wendt, immer wieder aufs Neue aufhören können. Schön war die Zeit ... Beide sind Lehrer aus Leidenschaft, für beide ist Schule eine Lebensaufgabe und viel mehr als nur ein Job. Nichtsdestotrotz hängen sie den Traumjob an den Nagel und gehen in den wohlverdienten Ruhestand. Für sie ist die Schulzeit Ende des Monats definitiv vorbei.

Dr. Hans Ilmberger (61) hätte sich ebenso vorstellen können, Kinderarzt zu werden, wie er sagt. Doch er wurde Lehrer, fand seine Bestimmung, seine Erfüllung: „Die Schule hat mir immer Spaß gemacht – schon damals als Kind auf der reinen Jungenschule. Der Spaß hat sich bei mir bis heute erhalten“, erklärt der gebürtige Bayer, der in München aufwuchs, in Wuppertal sein Abi machte, in Hamburg studierte und zur Marine ging. Seit 1972 lebt Ilmberger mit seiner Frau Gerda in Ahrensburg. Dort war der zweifache Familienvater 20 Jahre lang „Am Heimgarten“ tätig, davon 13 Jahre lang als stellvertretender Schulleiter.

Seit 1996 hält er das Zepter am Kopernikus Gymnasium (KGB, früher Kreisgymnasium) in Händen und hat mit dem insgesamt 60-köpfigen Kollegium in allen Bereichen Schwerpunkte setzen können, die für die 840 Schüler gut sind. Hervorzuheben sind das sprachliche und musische Profil, die Austauschmöglichkeiten mit England und den USA und, klar, das – wie mehrfach berichtet – seit gut zehn Jahren überaus erfolgreiche Schulprojekt in Tansania, an dem ebenso Sekretärin Ursula Brandt großen Anteil hat.

Während Hans Ilmberger (35 Dienstjahre) auch die nächsten zwei Jahre den Vorsitz des Tansania-Fördervereins inne hat, gibt er das Schul-Zepter Ende des Monats an Nachfolgerin Brigitte Menell weiter. Sie ist derzeit stellvertretende Schulleiterin am Emil-von-Behring-Gymnasium (EvB) in Großhansdorf. „Ich wünsche ihr, dass sie am KGB genauso glücklich wird und so gerne herkommt, wie ich“, betont Ilmberger, der mit 61 Jahren aus gesundheitlichen Gründen in Altersteilzeit geht. „Ich war wirklich immer gerne hier. Dennoch gehe ich mit leichtem Herzen und freue mich auf das, was kommt.“ Er zähle aber weder die Tage, noch gehe er hüpfend. Dafür war die Schule viel zu sehr sein Leben. Als Privatier möchte er mehr Cello spielen, malen, schreiben und mit seiner Ehefrau reisen.

Christian Wendt (65) bleibt diese Gemeinsamkeit verwehrt. Denn sein Abschied nach drei Jahren als Eckhorst-Chef wird durch den kürzlichen Krebstod seiner Frau Erika überschattet. Halt findet der gebürtige Ostholsteiner in seiner Familie. Um Abstand zu gewinnen und auch um die Umstellung auf den Ruhestand besser meistern zu können, wird er bis zum Frühjahr wieder nach Südafrika reisen. In Kapstadt leitete Wendt (46 Dienstjahre) – wie berichtet – von 2000 bis 2007 eine Privatschule. Davor war er mehr als 13 Jahre lang Rektor des Heimgarten-Gymnasiums und kennt somit Hans Ilmberger gut.
Der Weltenbummler, der auch an einer amerikanischen Schule arbeitete, möchte das Segelfliegen forcieren. Er ist nämlich seit mehr als einem halben Jahrhundert Mitglied des Luftsportclubs „Condor“ in Ostholstein. Daneben will er sich beim Senior Experten Service (SES), der Stiftung der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit, einbringen und sein Wissen an andere im Ausland und in Deutschland weitergeben. Wendt selbst ist mit seiner Arbeit im Eckhorst (766 Schüler) und dem 60-köpfigen Kollegium sehr zufrieden. Die Schule sei gut aufgestellt. „Es war die richtige Entscheidung, diesen Beruf auszuüben, der richtige Weg. Eckhorst ist ein sehr positiver Abschluss meiner gesamten Laufbahn.“ Nachfolger Herbert Diebold aus Norderstedt wünscht er eine gedeihliche Weiterentwicklung.
Volker Stolten