[ Stormarner Tageblatt vom 5.2.2010 ]

Der neue Eckhorst-Leiter stellt sich vor
Bargteheide - Gut 26 Jahre Lise-Meitner-Gymnasium in Norderstedt haben ihn zweifellos geprägt. Dennoch ging Herbert Diebold das Wagnis ein, Neuland zu betreten: Seit Montag ist der 55-Jährige am Gymnasium Eckhorst „Chef im Ring“ und plaudert im Vorstellungsgespräch ganz locker aus der Schule und dem privaten Nähkästchen.

Schule sei sein Leben, aber jenseits eines starren „Bildungs-Korsetts“, in dem Lehrpläne nur abgehakt würden. Für Herbert Diebold muss Schule trotz ganz klarer Zielvorgaben Spaß machen. Er sieht sie als „verlässlichen und fairen Partner“, als Ort, wo sich Schüler gut aufgehoben fühlen, wo sie verstanden und bei Problemen nicht allein gelassen werden. „Wir müssen die Rahmenbedingungen schaffen, damit sich Schüler wohlfühlen.“ Das treffe natürlich auch auf das Kollegium zu. Wenn die Lehrer Spaß hätten und engagiert zu Werke gingen, würde sich das ganz automatisch auf die Schüler übertragen.

Das sei übrigens einer der Punkte, warum er sich auf die Stelle beworben habe. „In vielen Bereichen arbeitet das Bargteheider Gymnasium so, wie ich mir eine gute Schule vorstelle“, betont Diebold und hebt den naturwissenschaftlichen sowie musischen Zweig, das Austauschprogramm und die zahlreichen schulinternen Wettbewerbe (Vorlesen, Klima etc.) hervor. Es handele sich um ein relativ junges Kollegium, das bereit sei, sich auf neue Sachen einzulassen, in andere Richtungen zu gehen. Das Schulklima sei schon prima, auch wenn am Eckhorst Raummangel bestehe. So hätte der 12. Jahrgang keinen eigenen Klassenraum. Anonsten sei die Situation eigentlich okay, sagt Diebold, fordert aber in gleichem Atemzug von der Landesregierung die Gewährleistung zur Erhaltung der Fachversorgung. Der Rahmen müsse stimmen, damit sich die Lehrkräfte, die eh schon durch Extra-Tätigkeiten (Chor, Orchester etc.) viele Überstunden auf dem Arbeitszeitkonto hätten, entfalten könnten.

Er selbst hat sich die ersten 20 Jahre in Baden-Württemberg entfaltet. Geboren wurde er in Radolfzell am Bodensee. Das Abitur folgte in Esslingen am Neckar, das Mathe- und Physikstudium in Stuttgart und Hamburg. 1983 kam er nach Norderstedt und war am Lise-Meitner-Gymnasium zuletzt Oberstufenleiter. Er ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt in Norderstedt, wo seine Frau arbeitet.

Sein Herz hängt an der Mathematik. Die sei allgegenwärtig. So stecke in 80 Prozent der Produkte – vom Jogurtbecher bis zum Navigationsgerät – Mathematik drin. Er mag irische Musik, hört gerne Mark Knopfler und ist von Tina Turner begeistert. Was die Rockröhre in ihrem Alter noch bringe, sei beeindruckend. Sein Lieblingsessen ist Pfannkuchen mit Blumenkohl (süddeutsch). Daneben isst er gerne Grünkohl (norddeutsch).

Für Reisen kann er sich ebenso erwärmen. Andere Kulturen kennenzulernen, findet Diebold spannend. Als sehr angenehm empfand er übrigens die fließende Übergabe durch Vorgänger Christian Wendt und ein gemeinsames Gespräch mit Bürgermeister Dr. Henning Görtz, wo die Sichtweisen dargestellt wurden. „Eine nette Geste“ zum Einstand, so der neue Rektor, der sich darauf freut, auch eigene Ideen in den Schulalltag einzubringen.Volker Stolten
  di1 th„Frontmann“
Er liebt Schule und Mathe, mag Mark Knopfler und Tina Turner und beweist in seiner Freizeit beim Zusammenbauen von Schränken oder Kommoden handwerkliches Geschick: Herbert Diebold. Er ist der neue Leiter des Gymnasiums Eckhorst.
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Das ist der Neue
Er kommt vom Lise-Meitner-Gymnasium in Norderstedt, ist 55 Jahre alt und der Nachfolger von Eckhorst-Leiter Christian Wendt. Seit Montag hat Herbert Diebold das Sagen in dem Bargteheider Gymnasium. Wir stellen ihn näher vor. di3 th