schulfrei th
Schule fällt aus. Trittau. v.l. Björn (9) Beatrice (10) Ben Morris (9) Tom Louis (12) haben einen Iglu gebaut
Foto: Birgit Schücking KT th
Chemielehrerin Petra Kilwinski-Tessmer vom Eckhorst-Gymnasium bereitete die Versuchsreihe für den 13. Jahrgang zu dem Thema Kunststoff vor

 [ Ahrensburger Zeitung vom 4.2.2010 ]

Einzig in den Lehrerzimmern herrschte Betrieb. Die Pädagogen bereiteten Projekttage vor und schrieben Lernpläne.

Bargteheide/Trittau. Schulfrei. Das gefiel den Trittauer Schülern Beatrice, Björn, Ben Morris und Tom Louis natürlich. Denn so konnten sie ihr selbst gebautes Iglu ausgiebig einweihen. Zwei Tage lang hatten die Vier daran gebaut. Zahlreiche Schneekugeln gerollt und nach und nach die Wände ihres Schneehauses hochgezogen. Als es zu hoch für die Kinder wurde, half ein Vater beim Bau des Daches. Das Ergebnis ist ein gut zwei Meter hohes Haus mit einem mehr oder weniger geräumigen Zimmer. Ben hatte so ein Schneehaus im Fernsehen gesehen und gedacht: "Das müssen wir auch mal bauen."

Am Dienstagnachmittag hatte das Bildungsministerium in Kiel entschieden, dass am Mittwoch die Schule landesweit ausfällt. Um 15.59 Uhr war die E-Mail im Sekretariat des Eckhorst-Gymnasiums in Bargteheide angekommen und wurde gleich an alle Lehrer weitergeleitet. Mit einer Telefonkette sollten möglichst alle Schüler informiert werden. Das klappte auch ganz gut. Nur ein Mädchen kam zur Schule, fuhr aber wieder nach Hause.

So hatten die etwa 15 anwesenden Lehrer das Gymnasium ganz für sich allein. Normalereise sitzen dort etwa 60 Pädagogen im Lehrerzimmer. Sogar die Pausenglocke wurde abgestellt. "Die nervte mich", sagte die Sekretärin. "Sonst nimmt man die ja gar nicht wahr, weil hier immer so viel los ist." Die meisten Lehrer kümmerten sich darum, den Unterricht vorzubereiten. Einige putzten oder dekorierten Vitrinen für einen Projekttag. Arbeiten gibt es zurzeit kaum zu korrigieren, da erst vor ein paar Tagen Zeugnisse verteilt worden waren. Chemielehrerin Petra Kilwinski-Tessmer räumte hinter den Labors Reagenzgläser aus dem Geschirrspüler und bereitete eine Versuchsreihe für den 13. Jahrgang über Kunststoff vor. Sie sagte: "Sonst ist man ja immer unter Zeitdruck und wird dauernd von den Schülern angesprochen." Außerdem war am Nachmittag noch Chemie-Fachkonferenz - und die fiel nicht aus. Der stellvertretende Schulleiter Heiko Rahf sagte: "Außerdem müssen alle versäumten Stunden nachgeholt werden. Jede Stunde zählt."

An der Johannes-Gutenberg-Schule in Bargteheide kamen 20 der 40 Lehrkräfte zur Schule. Die meisten von ihnen wohnen in direkter Umgebung. Die Grundschule ist zugleich offene Ganztagsschule und muss sicherstellen, dass Schüler auch an solchen Tagen betreut werden. "Es kam aber kein Schüler", sagt der stellvertretende Konrektor Eckart Schlichthaber. Auch hier kümmerten sich die Pädagogen um Verwaltungsaufgaben oder schrieben Lernpläne. Textillehrerin Frauke Schneider bereitete im Werkraum Stoffstücke aus Sackleinen für die vierten Klassen vor. Sie sagte: "Normalerweise mach ich das am Nachmittag." An diesem Nachmittag hatte aber auch Frauke Schneider frei.

Einzig in den Lehrerzimmern herrschte Betrieb. Die Pädagogen bereiteten Projekttage vor und schrieben Lernpläne.