[ Stormarner Tageblatt vom 25.6.2009 ]

„Parole Emil“ schallt es im Gymnasium Eckhorst. Dort laufen die Proben für den Kästner-Klassiker auf Hochtouren. Ende Juni feiert das Musical „Emil und die Detektive“ Premiere.

Bereits seit einem Jahr laufen die Proben: Die Theater AG ist singend und tanzend voll bei der Sache.
Anstrengende Verfolgung: Emil und die Detektive gönnen sich eine "Mütze voll Schlaf".

Bargteheide/vst – Emil sei zwar etwas altbacken, habe keine Hightech-Accessoires, sondern nur einen klapprigen Drahtesel und einen ollen Koffer – „Emil ist aber auch irgendwie cool und auf jeden Fall mutig.“ Diese Ansicht vertritt nicht nur Niklas Ermel (12), der in die gleichnamige Rolle des weltberühmten Kinderbuchhelden schlüpft. Davon sind auch seine Mitstreiter überzeugt.

Nur Mathis Flemming findet den fiesen und miesen Herrn Grundeis, der Kinder hasst, spitze. Also spielt ihn der Zwölfjährige kurzerhand und wünscht sich, wie er selbst sagt, schnell erwachsen zu werden. Für die Rolle des Ganoven Grundeis und des Ober-Detektivs Emil gab es jeweils nur eine Bewerbung. So hatten Niklas Ermel und Mathis Flemming, die die Roman- und Filmfiguren auf jeden Fall mimen wollten, leichtes Spiel. Die anderen Rollen sind derweil doppelt besetzt.

Eine echte Rasselbande: Emil (Niklas Ermel am Hinterrad) und die Detektive machen Jagd auf den fiesen und miesen Herrn Grundeis (Mathis Flemming, Mitte). Hier einige der Sechstklässler, die den Erich-Kästner-Klassiker am Gymnasium Eckhorst in einer Musical-Aufführung präsentieren werden, nach einer Probe in der Kuhle der Schule.
Fotos: Stolten

 Neben den beiden Hauptakteuren stehen noch 22 weitere Sechstklässler der Theater AG des Gymnasiums Eckhorst auf der Bühne, wenn am 29. und 30. Juni sowie am 2. Juli der Vorhang fällt: für den Erich-Kästner-Klassiker „Emil und die Detektive.“ Seit einem Jahr arbeiten die Projektleiter und Musiklehrer Deborah Hafenstein (Theater AG) und Klemens Risse (Orchester) mit ihren jungen Darstellern an der Musical-Fassung, die von allen eine ganze Menge abverlangt. Denn wie schon im Buch von 1929 und im Film von 1931 geht auch auf der Bühne des „Eckhorst“ die Post ab – jagen die Kinder den dreisten Dieb Grundeis, der Emil auf der Zugfahrt von Neustadt nach Berlin um 140 Mark erleichterte, die er eigentlich seiner Oma bringen sollte.

Ein 20-köpfiger Chor aus den 6. Klassen sowie ein 22 „Mann“ starkes Orchester aus den 5. bis 13. Klassen sorgen für die nötige musikalische Unterstützung. Für das Bühnenbild zeichnet Kunstlehrerin Christin Marburger verantwortlich.

Besonders für die Persönlichkeitsstärkung und soziale Komponente der Kinder sei solch ein Theaterprojekt ideal, erklärte Deborah Hafenstein in einer Probenpause. Einige, die sich im Unterricht kaum bemerkbar machten, kämen auf der Bühne so richtig aus sich raus. Das sei schon toll zu beobachten. Und mit welcher Inbrunst die Kinder spielen, davon können sich alle Zuschauer bei der Musical-Fassung überzeugen.
volker stolten

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