[Stormarner Tageblatt vom 13.2.09]
Ahrensburg/ st – Erstmals fand in Stormarn ein Regionalwettbewerb von „Schüler experimentieren/ Jugend forscht“ statt. Vom Wissen und Können der Mädchen und Jungen zeigten sich die Juroren beeindruckt. Beklagt wurde allerdings, dass noch zu wenige Lehrer ihre Schüler für eine Teilnahme motivieren. Aus Stormarn waren vier Gymnasien und eine Gesamtschule vertreten, die eine gute Bilanz bei den Platzierungen verbuchten.

Sonderpreise gingen an Mirja Mannigel (15, Eckhorst Gymnasium), die sich gefragt hatte, wie ein Auto auf Basis von Magneten funktionieren könnte…

Kleine Forscher kommen ganz groß raus
Erstmals fand in Stormarn ein Regionalwettbewerb von „Schüler experimentieren /Jugend forscht“ statt. Vom Wissen und Können der Schüler zeigten sich die Juroren beeindruckt. Beklagt wurde aber, dass noch zu wenige Lehrer sich dafür einsetzen.

Ahrensburg/ rob – Wie funktioniert eine Kaffeemaschine? Welcher Flüssigkleber trocknet am schnellsten? Wie hält man Blumen länger frisch? Oder: Wie viel hält ein Hühnerei aus? Das waren nur einige der Fragen, mit denen sich Mädchen und Jungen zwischen zehn und 20 Jahren beim Regionalwettbewerb „Schüler experimentieren/ Jugend forscht“ in Ahrensburg befassten.
In den Kategorien Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geowissenschaften, Informatik und Mathematik, Physik und Technik hatten sich die Schüler selbst ein Thema gesucht, das sie genauer unter die Lupe nahmen. Dazu gehörten unter anderem das Höhlen-Kühl-System der Erdmännchen, die Erde als Wärmespeicher, Hydrodynamik mit Mini-Segelbooten, ein programmierbarer Roboter oder Düngeversuche mit Maispflanzen.

Die Basler AG hatte sich als Partner des ersten Regionalwettbewerbs in Stormarn engagiert, „um junge Leute für die Naturwissenschaften zu begeistern“, so Gründer und Aufsichtsratvorsitzender Norbert Basler: „Der Wettbewerb kann der entscheidende Tick dafür sein. Es gibt viele Jugendliche, bei denen Talente schlummern.“

Mit Fleiß und Forschergeist führten 90 Mädchen und Jungen aus Schulen im südlichen Landesteil ihre Experimente vor. Während „Schüler experimentieren“ mit dem Regionalentscheid schon zu Ende ist, nahmen die Gewinner von „Jugend forscht“ am Landeswettbewerb teil, wo sie die Chance haben, sich für den Bundesentscheid zu qualifizieren.

Ein Schüler-Experiment gefiel den Juroren allerdings so gut, dass sie Jan Geffert und Florian Neumann (beide 14 Jahre) nicht nur den ersten Preis verliehen, sondern sie auch für „Jugend forscht“ hoch stuften, wo man normalerweise erst ab 15 teilnehmen darf. Die beiden Jungen von der Ludwig-Meyn-Schule in Utersen hatten mit Pergament-Paper und Infrarotlicht Multi-Touch-Screens entwickelt, die nach völlig anderen Prinzipien funktionieren als die bekannten.

„Ich bin selbst Ingenieur und schwer beeindruckt, wie intensiv die jungen Menschen sich mit den Themen beschäftigt haben. Sie haben sich dafür begeistert, zu entdecken, wie ein Teil dieser Welt funktioniert“, so Norbert Basler. Für den Firmengründer ist klar, dass Basler auch nächstes Jahr beim Regionalwettbewerb dabei ist.

Auch um Zeichen zu setzen. Norbert Basler: „Technik ist das Rückgrat dieser Gesellschaft. Es wird Zeit, dass die Umsetzung von Wissen und Bildung in Technik als gesellschaftliche Aufgabe wieder angenommen wird. In unserem System werden junge Menschen ja fast schon davon abgehalten.“ Dass die Schulen sich stärker engagieren, liegt auch Philipp Murmann am Herzen, dem Präsidenten des Vereins „Forschungsforums SH“: „Im Bundesvergleich beteiligen sich die wenigsten Lehrer in Schleswig-Holstein.“

Dabei werden „alle Schulen angeschrieben“, so Astrid Wasmann-Frahm, Oberstudienrätin in Tornesch und (ehrenamtliche) Wettbewerbsleiterin. Aus Stormarn nahmen das Trittauer, das Glinder und das Eckhorst Gymnasium Bargteheide sowie die Heimgarten- und die Gesamtschule Ahrensburg teil. „IGS-Rektor Herbert Janßen war hier. So etwas zeigt Engagement, das wir uns auch von anderen Schulen erhoffen“, so Norbert Basler.

Theresa Müller-Thurau (11) von der IGS kam mit ihrem Experiment „Welcher Flüssigkleber trocknet am schnellsten?“ auf den 1. Platz in der Sparte Arbeitswelt, wo Max (14) und Tom Schindler (12) sowie Alina Kühnherz (14) von der IGS einen dritten Platz mit der Frage „Steigert Kaugummi wirklich die Konzentrationsfähigkeit?“ holten. In Biologie schafften Jasper Badura und Julius Stoerrle (beide 11) von der IGS den zweiten Platz. Sie hatten getestet, wie viel ein Hühnerei aushält. In Chemie gingen zwei erste Plätze ans Heimgarten-Gymnasium. Fabian Junge (11) hatte die Gasentwicklung von Brausetabletten untersucht, Jan Höhn (13) die Funktion Wunderkerze. Sonderpreise gingen an Mirja Mannigel (15, Eckhorst Gymnasium), die sich gefragt hatte, wie ein Auto auf Basis von Magneten funktionieren könnte, an Michael Imas und Tim Seifert (beide 15) vom Gymnasium Glinde, die ein selbst entwickeltes Zahlendreieck vorstellten. Rolf Blase