[Stormarner Zeitung vom 5. Okt. 2009]
Erneut sind Schüler aus Bargteheides Partnerstadt Déville-lès-Rouen zu Besuch. Sehen werden sie von Stormarns lebendiger Stadt allerdings wenig.

  clipboard01 200
Gut mit Informationen versorgt: Die 29 Schüler aus Bargteheides Partnerstadt Déville mit ihren Lehrern, Bargteheides stellvertretendem Bürgermeister Claus-Christian Claussen (hinten rechts) und dem Vorsitzenden des Europavereins Bargteheide, Andreas Bäuerle (vorne rechts).

 

Bargteheide/nie – Der stellvertretende Bürgermeister Claus Christian Claussen und der Vorsitzende des Europavereins Andreas Bäuerle begüßten 29 Schüler aus Frankreich, die neun Tage bleiben. „Wir freuen uns sehr darüber, dass die Schulen diesen Austausch so organisiert bekommen“, so Clausen. Daher beteilige sich die Stadt auch finanziell daran, dass die Gäste ein umfangreiches Programm geboten bekommen. Seit 40 Jahre sind Bargteheide und Déville-lès-Rouen verschwistert, und der Austausch ist immer noch rege, wusste Bäuerle zu berichten. „Friedensarbeit ist vielleicht etwas zu hoch gegriffen, aber man lernt sich besser kennen, und darum geht es doch“, so Claussen. Er hoffte, dass die jungen Franzosen, die aus unterschiedlichen Klassenstufen stammen und zum Teil schon gut Deutsch sprechen, „viel Spaß bei uns in Bargteheide haben werden“. Viel Zeit werden sie in der Stormarner Stadt allerdings nicht verbringen können, erklärte ihre Lehrerin. Lediglich ein Tag stehe den Gastfamilien zur freien Verfügung. Ansonsten sei das Programm mit Ausflügen nach Hamburg, Lübeck und Berlin verplant. Man wolle in den neun Tagen viel vom Land und seiner Kultur lernen. Für einige der Schüler sei es der erste Aufenthalt im Ausland. Die, die Deutsch als erste Fremdsprache lernen, waren allerdings schon in Köln.

„Es sind viele Helfer und Organisationen in beiden Städten, die bei solchen Austauschprogrammen mitwirken“, erklärte Bäuerle, der ein wenig von der Arbeit des Europavereins und seiner Bedeutung für Bargteheide berichtete. „Der Austausch fördert Spaß an fremden Sprachen“, ergänzte der stellvertretende Bürgermeister, der darauf verzichtete, alle Infos zur Stadt vorzutragen, die man ihm aufgeschrieben hatte: „Ich möchte jetzt einfach nur sagen ,Herzlich Willkommen’“. Denn die Infos finden sich ohnehin in dem Büchlein, dass jeder der französischen Besucher in die Hand gedrückt bekam.

Einige der jungen Franzosen stellten sich auf Deutsch vor und zeigten, was sie im Unterricht bereits gelernt haben. Ob es Zufall war, dass das Fach „Deutsch“ dabei stets unter den Lieblingsfächern landete? Ansonsten erfuhr man etwas über den Familienhund, die Hobbys und die aktuelle Bettlektüre, was für Kurzweil und Unterhaltung beim Empfang sorgte, der so schnell eine zu formelle Note verlor.

Er käme gerne nach Deutschland, denn „es ist sehr schön hier“, sagte Alexy (14). Auch über einige Unterschiede und erste Überraschungen berichteten die Gäste. So irritiere sie die viele Kohlensäure im Mineralwasser und dass es Abends kein warmes Essen gebe, dafür aber morgens Wurst und Käse. Für einige stand schon beim Foto am neuen Stadtteich fest, dass sie eines Tages nach Deutschland zurückkehren wollen.

 

Schüleraustausch

29 ausgeschlafene Franzosen in Bargteheide
[Hamburger Abendblatt, 6. Oktober 2009]

In einem Punkt sind sich die französischen Austauschschüler einig: Die Schulzeiten sind in Deutschland besser als in ihrer Heimat. In Frankreich müssen fast alle Kinder früher anfangen und länger bleiben.

Momentan dürfen 29 Franzosen von dem Collège Sainte Marie in Déville-lès-Rouen aber genauso lange schlafen wie ihre deutschen Freunde: Die jungen Franzosen leben nämlich eine Woche lang in deutschen Familien und besuchen das Eckhorst-Gymnasium in Bargteheide. "Schon seit 40 Jahren tauschen Bargteheide und Déville Schüler aus. Seit 23 Jahren beteiligt sich das Eckhorst-Gymnasium daran", sagt Claudia Vogel, Lehrerin an der Bargteheider Schule. Für die Acht- und Neuntklässler aus Frankreich stehen neben dem Schulbesuch auch Ausflüge in das Umland auf dem Programm. Claudia Vogel: "Für die Ausflüge gibt die Stadt Geld dazu, sonst wäre das nicht möglich."

Und so gab's auch einen Empfang im Rathaus. Stadtrat Claus Christian Claussen begrüßte die Gruppe. Mit dabei war Andreas Bäuerle vom Europaverein Bargteheide. "Wenn die Schüler wissen, dass sie nach Deutschland oder Frankreich reisen dürfen, steigt die Motivation, die fremde Sprache zu erlernen", sagt er. Claudia Vogel fügt hinzu: "Nur im fremden Land kann man eine Sprache richtig lernen." Sie kenne zwei Schüler, die sich seit dem Austausch jedes Jahr ein- oder zweimal privat treffen. Claudia Vogel: "Solche Geschichten motivieren Schule und Stadt ganz besonders."(fau)