[Stormarner Tageblatt, 31.1.2007]


 

Mann mit Profil: Schulleiter Werner Biernoth mit Enkel Lasse auf dem Schoß.
Foto: Stolten

Es war der Tag des Werner Biernoth: Nach 22 Jahren als Schulleiter des Gymnasiums Eckhorst wurde der 63-Jährige gestern im großen Kreis in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Dabei prasselten ausschließlich lobende Worte auf ihn hernieder. Und sogar rote Rosen regnete es.

BARGTEHEIDE - Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verlässt Werner Biernoth das Kreisgymnasium Eckhorst in Bargteheide. Hier war jahrzehntelang seine berufliche Heimat, hier hat er als Schulleiter 22 Jahre lang Weichen gestellt und dem Gymnasium seinen Stempel im überaus positiven Sinne mit Herz und Verstand aufgedrückt, wie die Laudatoren bestätigten – energisch und furchtlos, aber nicht verletzend, ehrlich und gradlinig, aber nicht unfair. Er habe nie um den heißen Brei herum geredet, sondern Dinge auf den Punkt gebracht, betonte Jens-Peter Pankow vom Arbeitskreis Holstein-Südost. Er umschrieb Biernoth als Mann mit Kontur, dessen Wort galt: „Uns wird etwas fehlen.“ Als „Motor der Schule“ bezeichnete Bargteheides Bürgermeister Werner Mitsch den 63-Jährigen und zollte ihm Respekt und Anerkennung. Biernoth habe der Schule Profil gegeben: „Danke für ihr Wirken.“

Kreispräsidentin Christa Zeuke hob die vertrauensvolle und gedeihliche Zusammenarbeit hervor. Sie bescheinigte Eckhorst ein hohes Niveau und meinte, dass das Gymnasium mit seinen 694 Pennälern aus der Schullandschaft nicht mehr wegzudenken sei. Das war allerdings nicht immer so: Daran erinnerte Karl-Friedrich Grube, ein Weggefährte von Biernoth und seit Jahren im Ruhestand. Der einstige Gymnasiallehrer plauderte ein wenig aus der Schule und zog das Fazit, dass es Eckhorst ohne den unermüdlichen Einsatz von Biernoth heute nicht mehr geben würde. Starken Worten folgten Taten.

Das Kollegium und die Schülerschaft hatten sich eine ganz Menge einfallen lassen, um dem Ausscheidenden den Abschied ein wenig leichter zu machen. Sie musizierten, schauspielerten, hielten ein Transparent „Danke Biernoth“ hoch und ließen für ihren sympathischen Chef – intoniert von Hildegard Knef – sogar rote Rosen regnen.

Wahrlich ein besonderer Tag für einen besonderen Mann, der selbst sagt: „Ich freue mich zwar auf den neuen Lebensabschnitt, scheide aber in Wehmut. 22 Jahre gehen an einem nicht spurlos vorbei.“ Als Ruheständler will sich Biernoth, der mit seiner Frau Ruth zwei Kinder hat und in Elmenhorst lebt, verstärkt um seine Enkel kümmern, Tennis spielen und reisen. Verdient hat er‘s sich.

Volker Stolten

Biernoths Nachfolger, Christian Wendt, stellen wir am Freitag vor.