[Lübecker Nachrichten vom 15.11.2007]
Mathematik-Olympiade: Einsatz für den Dreisatz

Trittau - Bei rund 150 Schülern rauchten gestern Morgen in Trittau die Köpfe. Viele Nachwuchs-Rechengenies aus Stormarn fahren jetzt zur nächsten Runde der Mathematik-Olympiade.

"Brauchen wir ein Lineal?", "Kann man auch alle vier Aufgaben lösen?", "Warum sind die Stühle so unbequem?" - Bis auf die letzte Frage konnten Lehrkräfte und Aufsicht bei der 47. Mathematik-Olympiade gestern in Trittau jede Frage der Schüler beantworten. Neun Gymnasien und Gesamtschulen aus Stormarn und drei weitere des Kreises Herzogtum Lauenburg waren angetreten, um sich in der Regionalrunde der Klassen 5 bis 8 für die Landesrunde zu qualifizieren. Auch einige Oberstufenschüler waren unter den rund 150 Teilnehmern.

Die Mathematik-Olympiade ist ein jährlicher Wettbewerb des gleichnamigen Vereins, der sich 1994 gründete und seinen Sitz im Institut für Mathematik an der Universität Rostock hat. Hervorgegangen aus den Mathe-Olympiaden der DDR in den 60er Jahren hat die Veranstaltung zum Ziel, mathematisch interessierte Schüler zu fördern. Schirmherr ist der Bundespräsident. "Das ist ein Wettbewerb, der sich speziell an begabte Schüler richtet", sagt Edgar Schwenke, Leiter des Gymnasiums Trittau. "Sie bekommen Aufgaben gestellt, die über den normalen Unterrichtsstoff hinausgehen."

Eine Aussicht, die die Schüler keineswegs abschreckte. "Wir mögen Mathe. Was uns hier erwartet, ist etwas für Knobler", erklärt Tim aus der achten Klasse des Kreisgymnasiums Bargteheide (KGB). "Es macht Spaß, Lösungswege zu finden. Wir finden Mathe interessant", ergänzt Niklas. Mit 18 Schülern ist die Bargteheider Schule neben Ahrensburg, Bad Oldesloe, Großhansdorf, Reinfeld und Trittau für Stormarn vertreten.

Mathematik-Extras sind für die Schüler nichts Neues: "Bei uns an der Schule gibt es ein Mathe-Camp", erzählt Anton vom KGB, "wir sind gerade erst ein Wochenende lang weg gewesen und haben Aufgaben von früheren Mathe-Olympiaden gerechnet. Vor allem die Lösungswege zu finden, macht Spaß." Zudem ist es eine gute Übung für die Aufgaben, die nun vor ihnen liegen.

Dafür haben die Klassen 5 und 6 zwei Stunden Zeit, die Klassen 7 und 8 drei Stunden, und die Klassen 9 bis 10 sowie die Oberstufenschüler müssen vier Stunden sitzen. Auf die fünften Klassen wartet ein kleiner Hörsaal, in dem es nach Erdkundekarten und denkenden Schülern riecht. Die Aufgabenblätter liegen bereits auf den Tischen, aber noch ist Gucken verboten. Federtaschen werden gezückt, die Aufgabenbögen mit dem Namenscode versehen, und Punkt 9 Uhr geht es los. Hier arbeitet jeder für sich, denn nur die Besten kommen weiter. Den Siegern winkt die Teilnahme an Landes-, Bundes- oder sogar am Internationalen Wettbewerb.

"Durch Wettbewerbe wie ,Känguru' oder ,Die lange Nacht der Mathematik' fühlen sich viele Schüler angesprochen und machen mit", so der Schulleiter, der sich selber im Verein Mathematik-Wettbewerbe in Schleswig-Holstein (MaWeSH) engagiert, der vergangenes Jahr gegründet wurde. Demnächst will Schwenke ähnliche Wettbewerbe auch für die Grundschulen im Kreis anregen. "Der Bundeswettbewerb der Mathe-Olympiade findet 2009 zum ersten Mal in Schleswig-Holstein statt", so Schwenke weiter, "dann ist die Bundesolympiade in Lübeck."

Für die Landesrunde haben sich qualifiziert: Klasse 5: Kaja Afflerbach, Felix Stamme (beide Kreisgymnasium Bargteheide), Tessa Redlin (Gymnasium Trittau). Klasse 6: Martin Rohmann (Gymnasium Trittau), Henrik Valett, Nikolas Lüthke (beide Gymnasium Eckhorst). Klasse 7: Katharina Klioba (Stormarnschule), Linda Brodnicke (KGB), Oliver Lorenz (Trittau), Victoria Büschler, Tim Friedrich (beide KGB), Viviane Hoeft (Emil-von- Behring-Gymnasium Großhansdorf), Jan Pisarsky (Trittau). Klasse 8: Joshua Blöcker (Trittau), Alexander Scheeser (Großhansdorf). Klasse 9: Florian Schöning (Theodor-Mommsen-Schule Bad Oldesloe), Isabel Bleckmann (Stormarnschule). Klasse 10: Tristan Harder (Stormarnschule), Johannes Weiland (Gymnasium Eckhorst). Klassen 11 bis 13: Hannes Lüder, Philip Trettner (beide Trittau), Rico Pohlmann, Sonia Meyer-Stender (beide Stormarnschule).

Von Bettina Albrod, LN