[12.10.2007 Ahrensburger Zeitung]

Kreisgymnasien: Schwierige Übernahmeverhandlungen in Bargteheide

Wer zahlt Sanierungs-Millionen?

Allein für die Fassade des Gymnasiums am Schulzentrum werden 1,9 Millionen Euro fällig.

Von Jens Peter Meier

Bargteheide - Die gesetzlich vorgeschrieben Übernahme der beiden Kreisgymnasien löst in Bargteheide weiterhin wenig Freude aus. Der Kreis Stormnarn möchte die Schulen am liebsten schon mit Beginn des kommenden Jahres an die Stadt übertragen. "Das ist für uns nicht vorstellbar, weil viel zu kurzfristig", sagt Bürgermeister Werner Mitsch (58). Frühestens 2009 könne die Stadt die Trägerschaft übernehmen. Zudem sei der Besitz eines Schulgebäudes gar nicht nötig, um die Einrichtung zu betreiben.

Als "Geschenk" kommt ohnehin nur das Gymnasium Eckhorst infrage. Denn das Kreisgymnasium am Schulzentrum gehört rein formell der Stadt. Es wurde nach dem Bau in den Siebzigerjahren nicht im Grundbuch an den Kreis übertragen.

Inzwischen hat sich herausgestellt, dass der Beton saniert werden muss. Im Investitionsplan des Kreises war die Reparatur der Fassade für das Schuljahr 2008/2009 vorgesehen. 1,9 Millionen Euro wurden dafür in den Kreisetat eingestellt - und jetzt wieder gestrichen. "So einen Investitionsstau möchten wir natürlich nicht haben", sagt Werner Mitsch.

Laut Schulgesetz muss die Stadt das Gymnasium erst spätestens im August 2009 übernehmen - und nicht schon zum Januar 2008. "Warum sollten wir 19 Monate lang Kosten übernehmen, für die wir nicht zuständig sind?", fragt sich die Bargteheider Hauptamtsleiterin Christiane Clobes (41).

Auch die Betriebskosten sind nicht ohne. "Fürs Gymnasium am Schulzentrum liegen sie bei durchschnittlich 615 000 Euro im Jahr", sagt Rolf Graffenberger (58) vom Fachdienst Schule der Kreisverwaltung. Das in den Achtzigerjahren errichtete Eckhorstgymnasium kommt auf 475 000 Euro. "Das sind Ausgaben für Personal, Lehrmittel und Inventar, den Trägeranteil für die Schülerbeförderung sowie die Bauunterhaltung", sagt Graffenberger.

Am 13. November trifft sich die interfraktionelle Arbeitsgruppe des Kreises wieder mit der Bargteheider Projektgruppe. "Wir werden über einen Ausgleich für Bargteheide reden, wenn die Gymnasien früher als 2009 übernommen werden", sagt Wilhelm Hegermann (46), Fachbereichsleiter beim Kreis. Für ihn ist ein schnellstmöglicher Trägerwechsel sinnvoll.

Kreisbaudirektor Klaus Kucinski (53) spricht von einer "gewissen Mitgift" bei frühzeitiger Übernahme der Schulen. So könnte das Gymnasium Eckhorst in Erbpacht an die Stadt übergeben werden, der Kreis würde den Restkredit von 1,7 Millionen Euro für den Bau tilgen. Auf dem zweiten Kreisgymnasium liegen noch 900 000 Euro Schulden. Der Sachwert der Grundstücke und Gebäude wird auf insgesamt 8,6 Millionen geschätzt.

Unterdessen zeichnet sich zwischen der Stadt und dem Amt Bargteheide-Land die Gründung eines gemeinsamen Schulverbands ab. "Die Gespräche verlaufen sehr konstruktiv", sagt Christiane Clobes. Zurzeit wird der erste gemeinsame Schulentwicklungsplan erarbeitet.