[Stormarner Tageblatt vom 5.12.2007 ]
Zum 1. Januar 2008 gehen die beiden Gymnasien in die Trägerschaft Bargteheides über. Darüber habe sich die Stadt mit dem Kreis verständigt, teilte Bürgermeister Werner Mitsch im Vorfeld der letzten Stadtvertretersitzung 2007 mit. Auf der Tagung am Freitagabend wird allerdings der Haushalt 2008 das beherrschende Thema sein.

Bargteheide / vst – Noch ist der Kreis Träger der beiden in Bargteheide ansässigen Gymnasien – doch nicht mehr lange. Zum 1. Januar 2008 übernimmt die Stadt diese Aufgabe. Sie scheint darüber aber nicht gänzlich glücklich zu sein.

„Wir haben die Übernahme bereits in den Haushalt mit eingearbeitet und sind handlungsfähig, die Kreisgymnasien zum 1. Januar 2008 übernehmen zu können“, erklärte Bürgermeister Werner Mitsch gestern im Rathaus. Ihn stört allerdings die in der Vergangenheit vollmundig angepriesene „Gratisgabe“. „Wir schenken euch ein Wahnsinnsvermögen“, hieß es von Seiten des Kreises. Dabei hätte der Kreis die Gymnasien Eckhorst und Am Schulzentrum auch behalten können, so Mitsch. „Das habe er aber nicht getan. Zum Schenken gehören immer zwei. Wir nehmen das Geschenk an, weil wir es müssen.“ Ob damit Synergieeffekte möglich sind, bleibe abzuwarten, so der Bürgermeister. Von den Gymnasien wird das Personal 1:1 übernommen, und es werden neue Stellen geschaffen. Aufgrund des für das Kreisgymnasium bestehenden Sanierungsbedarfs sowohl an den Außensportanlagen, der Sporthalle wie am Schulgebäude selbst (Bau Mediathek) sieht die Stadt eine Beteiligung des Kreises Stormarn in Höhe von 500 000 Euro allerdings als erforderlich an.

Im Mittelpunkt des Sitzungsgeschehens am Freitagabend ab 18.30 Uhr im Stadthaus steht der ausgeglichene Haushalt 2008, der verabschiedet werden soll.

Das Volumen setzt sich (derzeit) aus 24,3 Millionen Euro im Verwaltungs- und 6,14 Millionen Euro im Vermögenshaushalt zusammen. Veränderungen seien aber noch täglich möglich, betonte Stadtkämmerer Joachim Teschke. Seit dem 15. November ist Bargteheide (aktuell 14 816 Einwohner) dank hoher Sondertilgungen schuldenfrei, eine Neuverschuldung nicht geplant. Auch der Investitionsplan sieht bis 2011 keine neuen Kredite vor.

Die Stadt befinde sich zweifelsohne in einer komfortablen Lage, so der Bürgermeister. Gleichwohl sei sie nicht reich. „Reich wären wir, wenn wir die Steuern senken könnten oder Rücklagen hätten“, steuerte Teschke bei. Rücklagen sollen aber angesammelt werden, um künftige Sanierungen, Erweiterungs- oder Neubaumaßnahmen verwirklichen zu können.

Bei den Gewerbesteuern wird 2007 von etwa zwölf Millionen Euro ausgegangen, 2008 mit knapp 8,4 Millionen Euro gerechnet. Von 2003 zu 2007 haben sich die Gewerbesteuereinnahmen verdoppelt. Und durch den Wegfall der Tilgungen schlagen 500 000 Euro weniger Ausgaben zu Buche. Auf der anderen Seite haut die Erhöhung der Kreisumlage kräftig ins Kontor. In 2008 umfasse sie 26 Prozent des Verwaltungshaushalts, eine Million Euro mehr als 2007, führten Mitsch und Teschke weiter aus. Kaum zu glauben: 2004 zu 2008 sei die Kreisumlage um satte 76 Prozent gestiegen – die Steuereinnahme aber nur um 62 Prozent gewachsen.

Zur allgemeinen Haushaltslage erklärte Teschke: „Die abzuführenden Mittel, also der Anteil an der Kreis- und Sonderkreisumlage, der Gewerbesteuerumlage sowie Finanzausgleich machen in 2008 mit mittlerweile 51,64 Prozent mehr als die Hälfte der allgemeinen Deckungsmittel aus.“ Das sei grenzwertig!

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