[Ahrensburger Zeitung - erschienen am 3. Februar 2007]
Früherer Heimgarten-Leiter übernimmt Eckhorst-Gymnasium

Sieben Jahre leitete der Pädagoge die Internationale Deutsche Schule in Kapstadt. Jetzt wohnt er wieder in Ammersbek.

Von Jens Peter Meier

Bargteheide - Fliegen ist das große Hobby von Christian Wendt. "Wenn ich die Welt von oben aus dem Segelflugzeug betrachte, sehen alle Riesenprobleme viel kleiner aus", sagt der 62-Jährige. In Südafrika, wo er sieben Jahre lang die Internationale Deutsche Schule in Kapstadt leitete, hatte er kaum Gelegenheit zum Fliegen.

Nach seiner Rückkehr in die Heimat möchte der neue Leiter des Bargteheider Eckhorst-Gymnasiums jetzt wieder öfter in den Himmel steigen. Mit einem Vereinsflugzeug des Luftsportclubs Condor erkundet er gern die ostholsteinische Küste.

Die Erfahrungen in Südafrika haben ihn geprägt: "Dort ist mir so richtig deutlich geworden, wie rasch sich die Welt zu einem globalen Dorf entwickelt." Auch die Schule hat er dort aus einer ganz anderen Perspektive erlebt. "Man hat mehr Spielraum an einer Auslandsschule", sagt er. "Südafrika hat Probleme durch Aids, die Armut und die Kriminalität", so Wendt, "aber es besitzt eine gute Infrastruktur und hat große Zukunftschancen."

Christian Wendt schätzt es, jetzt wieder in einem friedvolleren Land zu leben. Er hat sich entschlossen, weiter im Schuldienst zu arbeiten. "Ein Job im Kultusministerium wäre eine Alternative gewesen", sagt er, "aber ich möchte beruflich lieber mit jungen Menschen umgehen." Das bereite ihm mehr Freude. Das Bargteheider Gymnasium sei "ein gut geführtes Schiff auf gutem Kurs". Hier unterrichtet Wendt sechs Wochenstunden in den Fächern Erdkunde und Englisch.

Sein Leitungsgeschick wird besonders gefragt sein, denn auf das Gymnasium kommen große Veränderungen zu. Die Trägerschaft wird voraussichtlich vom Kreis auf die lokale Ebene wechseln. "Wir fühlen uns beim Kreis gut aufgehoben", sagt Wendt, "aber auch die Stadt wird einen guten Weg finden." Möglicherweise könne ein gemeinsamer Schulverband mit dem Amt die Lösung werden.

Am Gymnasium möchte er nach seiner Einarbeitungsphase vor allem das sprachliche Profil schärfen: "Spanisch soll ein neuer Schwerpunkt bei uns werden, auch der zweisprachige Unterricht soll ausgebaut werden."