[Stormarner Tageblatt, 11.01.2006]

 

Die Klasse 10 a des Gymnasiums Eckhorst Bargteheide hat sich mit dem Thema „Bundeswehr heute“ beschäftigt.
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Diese Umfrage haben Schüler der Klasse 10a des Gymnasiums Eckhorst vorgenommen.
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Soldaten in Uniform. Die Klasse 10a des Gymnasiums Eckhorst hatte Gelegenheit auch einer Übung beizuwohnen.
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Spannende Lernprogramme für Soldaten
Die Klasse 10 a des Gymnasiums Eckhorst Bargteheide haben sich im Rahmen des Projekts Zeitung in der Schule (Zisch)mit der Bundeswehr beschäftigt. Mit ihrer Lehrerin Sandra Schulz haben die Jungen und Mädchen auch einen Luftwaffenstützpunkt besucht. Lesen Sie auf dieser Zeit die Eindrücke, die die Jugendlichen des Gymnasiums Eckhorst gesammelt haben.

Bargteheide / st – „Oh, Y - die kommen bestimmt aus Polen“, bemerkt eine Schülerin, als der Bundeswehrbus auf den Parkplatz einfährt. Voller Erwartungen steigen wir in den Bus ein. Nach 90 Minuten erreichen wir endlich das Gelände des Luftwaffenstützpunkts in Appen. Mit dem Bus werden wir vor einem Gebäude abgesetzt, das von oben aussieht wie ein Flugzeug der Luftwaffe. Im „ Flieger“ wird ein extra für uns erstellter Vortrag gehalten, in dem uns die Bundeswehr den Aufbau der Unteroffiziersschule erläutert.

Offizier Andreas Honczarow zeigt uns die Computerräume: „Hier könnt ihr die verschiedenen speziellen Lernprogramme für die Soldaten ausprobieren.“ Von dort geht es weiter zu den Unterkünften. Wie erwartet finden wir die Zimmer blitzblank vor.

„SanStff?“ „Ja, das ist die Abkürzung für Sanitätsstaffel. Hier sind unsere Bundeswehrärzte tätig, es gibt einen Not-OP-Raum, Zahnärzte und Instrumente für die kleinen Wehwehchen.“ Plötzlich hören wir lautes Geschrei, als wir auf dem Außengelände sind. Ein Befehlshaber erklärt uns, dass gerade eine Außenübung stattfindet. Die Soldaten haben die Aufgabe, zwei Verletzte aus einem Wagen in einem Minenfeld zu evakuieren. Es ist lustig anzusehen, wie die Schein-Verwundeten kichernd weggetragen werden.

Hiernach sehen wir uns eine Schießübung an. Es werden virtuelle Feinde auf eine Leinwand projiziert, auf die man mit Infrarot-Waffen feuern muss. Mit dieser Anlage wird echte Munition eingespart.

Damit wir nicht weiter vor Hunger rumjammern, gehen wir in die Kantine, wo wir Gemüseeintopf mit Würstchen und Kirschjoghurt zum Nachtisch essen. Als wir in den Bus einsteigen, erhalten wir jeder eine Karte, mit Gruppenfoto unserer Klasse und einem Bild des „Fliegers“!

Johanna Reiß und Constanze Brandt, 10a Gymnasium Eckhorst

Böse Gefahr durch Minen

Bargteheide / st – Es ist Winter. Überall liegen weiße Flocken auf den Bäumen, hier und da kann man sogar ein Eichhörnchen huschen sehen. Doch der Schein trügt. Schreie dringen aus dem nahen Wald vor, denn Verletzte gefangen in einem Wrack, was mal einen Militärtruck darstellte, befinden sich zwischen all den Bäumen.

Langsam und vorsichtig pirschen sich die Soldaten vor, immer auf der Hut vor den hier verstreuten Minen. Nur die schmalen Wagenspuren geben sicheren Untergrund. Was sich daneben an Minen befindet, weiß niemand. Ein falscher Tritt bedeutet das Ende oder im günstigsten Fall ein Bein oder einen Arm weniger.

Die Zeit rennt, die Verletzen verlieren Blut und müssen versorgt werden. Doch plötzlich beginnt ein Soldat zu schwanken … er verliert das Gleichgewicht und dann … - Glück gehabt.

Wir befinden uns nur in einer Militärübung des Luftwaffenstützpunkts Appen. Hier werden die Soldaten gerade mit Hilfe einer Übung im Umgang mit Minen sensibilisiert. Hauptsächlich handelt es sich hierbei um Anti-Personen-Minen, zum Beispiel den Schmetterlingsminen. Diese sind kleine, aus Plastik hergestellte und dadurch nicht ortbare Minen in Schmetterlingsform, die meist fast unsichtbar auf dem Boden gelegt werden.

Diese und alle anderen Arten der Anti-Personen-Minen sind mittlerweile durch den so genannten Ottawa-Vertrag geächtet und werden von ca. 150 Ländern weder eingesetzt, noch gelagert oder hergestellt.

Unter anderem haben sich aber auch Länder wie die USA, China, Indien, Iran, Israel, Pakistan und Russland diesem Abkommen widersetzt und nicht unterzeichnet. Die USA haben die Produktion dieser Minen zwar seit 2003 eingestellt, überlegen jedoch, sie wieder aufzunehmen.

Der Grund für diese Ächtung von so vielen Nationen für diese Art von Minen liegt vor allem in ihrer Wirkung, aber auch darin, wie sie eingesetzt werden. So töten diese Minen nur in den seltensten Fällen sofort. Oft wirken sie auf eine Weise, die weitgehend vermieden werden sollte, nämlich das Leid eines Menschen zu verlängern. In den meisten Fällen verliert die Person, die so eine Mine auslöst, einen Arm oder ihr Bein und muss unter schlimmen Schmerzen leiden. Oft werden diese Minen sogar bewusst gegen Kinder eingesetzt, ja sogar bunt und farbig markiert, um diese anzulocken.

Es stellt sich natürlich die Frage, ob eine Supermacht wie die USA mit solch einer militärischen Stärke wirklich auf solch grausames Kriegsmittel angewiesen ist.
Paul Schwarzer, Phillip Treuer, Martin Kryniecki, Jan-Christian Tietgen, 10 a Gymnasium Eckhorst