[Stormarner Tageblatt, 6.3.2006]

 

Finanzminister Rainer Wiegard will sich für Investitionen in Bildung einsetzen – aber nur im Rahmen „verfügbarer“ Mittel.
Foto: Olbertz

Anbau eingeweiht
Bargteheide / ol – Die Platzsorgen am Eckhorst-Gymnasium gehören endlich der Vergangenheit an. Ein 2,2 Millionen Euro teurer Anbau wurde jetzt feierlich eingeweiht. Er beherbergt zwei moderne Physikfachräume, acht Klassenzimmer sowie verschiedene Nebenräume - beispielsweise einen Bandkeller. „Jetzt haben wir optimale Unterrichtsbedingungen“, lobte Schulleiter Werner Biernoth. Damit ist die Schule für Wachstum gewappnet.

Es ist vollbracht: Mit einem kleinen Festakt wurde der moderne Anbau des Eckhorst-Gymnasiums eingeweiht.

Bargteheide – Die Freude am Eckhorst Gymnasium über den neuen Anbau für 2,2 Millionen Euro muss wirklich groß sein. Gleich zwei Mal wurde bei der Einweihungsfeier von Chor und Orchester ein „Gloria“ angestimmt. Wolfram Wende dirigierte das Stücke von Gabrieli im Surround-Sound mit Sängern und Instrumentalisten auf den Emporen und sein Kollege Klemens Risse das von Vivaldi.

Schulleiter Werner Biernoth stand in seiner Rede den musikalischen Beiträgen an Deutlichkeit in nichts nach: „Jetzt haben wir optimale Unterrichtsbedingungen.“ Die Bauphase und die Zeit davor seien allerdings sehr belastend gewesen – weil an allen Ecken und Enden Platz fehlte und der Baulärm an den Nerven gezehrt habe. Schon kurz nach der Einweihung des zweiten Bauabschnitts vor 20 Jahren machte sich Raummangel bemerkbar. Fachräume mussten als Klassenräume benutzt werden. Die wiederum waren oftmals mehrfach belegt und Oberstufenschüler hatten gar keine festen Räume mehr. Das geht an die Substanz einer Schule. Im Herbst 2004 zeichnete sich endlich ein kleiner Silberstreif am Horizont ab: Der Grundstein für den Erweiterungstrakt wurde gelegt. Biernoth: „Damit wurde ein lang ersehnter Wunsch erfüllt.“

Der Rektor nutzte die Anwesenheit von Finanzminister Rainer Wiegard, um einen Wunsch in Richtung Politik zu äußern: „Investitionen müssen zukunftsorientiert sein. Unsere Zukunft sind die Kinder.“ Deshalb müsse jeder verfügbare Euro in Bildung investiert werden. Und wenn gespart werden müsse, dann bitte zuletzt bei Kindergärten und Schulen. Dagegen hatte der Gast aus Kiel nichts einzuwenden: „Die Betonung muss aber auf ‚verfügbarer‘ Euro liegen.“ Das Land habe kein Geld mehr. Wiegard: „Ein Finanzminister kommt nicht, um Geld zu verteilen. Ich bin für das Gegenteil zuständig. Wenn wir Neues brauchen, müssen wir Altes in Frage stellen.“ Die Rechnung für den Anbau werden beispielsweise den jetzigen Schülern präsentiert. Sie müssten für die Tilgung der Schuldenlast aufkommen.

Der Minister blickte auf seine Zeit als Bargteheider Kommunalpolitiker zurück. 1972 sei das Kreisgymnasium eröffnet worden, ausgelegt für 700 Kinder. Doch schon weniger Jahre später war es schon mit doppelt so vielen Schülern belegt. Das sei die Geburtsstunde des Eckhorst-Gymnasiums gewesen.

Rainer Wiegard zeigte sich sehr zufrieden mit dem, was mit den gut zwei Millionen, etwa die Hälfte davon hat das Land beigesteuert, gebaut wurde: „Ich weiß nicht, wie die jungen Leute das heute sagen, aber ich finde, das ist allererste Sahne geworden.“ Kernstück des Anbaus sind zwei Physikräume – nach modernsten Aspekten eingerichtet. So sind die Versorgungsterminals für Gas, Strom und Computer-Netzwerk nicht mehr fest am Boden montiert, sondern können bei Bedarf von der Decke herunter gefahren werden. Das eröffnet die Möglichkeit, diese Räume sowohl als Lehr- wie auch als Übungsraum zu nutzen. Die Bestuhlung kann ebenfalls sehr variabel gehandhabt werden. Zwischen den beiden Fachräumen ist die umfangreiche Physiksammlung untergebracht.

Im Obergeschoss sind acht Räume für die Oberstufe entstanden. Der stellvertretende Rektor Wolf Leichsenring ist begeistert: „Jetzt haben wir endlich für jede Klasse eigene Räume. Das ist für die Identifikation mit der Schule enorm wichtig, weil sich sonst keiner mehr verantwortlich fühlt.“

Zusätzlich hat die Schule noch einen weiteren PC-Raum erhalten. Im Keller hat der Hausmeister eine Werkstatt bekommen, die Oberstufenschüler eine Aufenthaltsgelegenheit, es gibt einen Bandraum sowie Lager und Archivierungsmöglichkeiten. Auf den 755 Quadratmetern sind etwa 15 Räume gebaut worden.

Mit dem neuen Trakt sind die Weichen für das Eckhorst-Gymnasium in Richtung Zukunft gestellt, denn die Schülerzahl steigt vorerst weiter kontinuierlich an. Leichsenring: „Das Kultusministerium hat uns sogar die Erlaubnis zur Vierzügigkeit erteilt.“

Andreas Olbertz