Ein Projekt am Gymnasium Eckhorst

[Stormarner Tageblatt, 14.11.2005]

 

Holz von seiner verborgenen Seite zeigt der Künstler Jan de Weryha-Wysoczanski mit einem Werk, das er gemeinsam mit Schülern am Gymnasium Eckhorst in Bargteheide geschaffen hat.
Foto: Albrodt

Bargteheide /ba - Das Gymnasium Eckhorst besitzt jetzt ein Kunstwerk, das in Zusammenarbeit des Hamburger Künstlers Jan de Weryha-Wysoczanski mit dem Kunst-Leistungskurs des 13. Jahrgangs entstanden ist. Die Installation aus losen Holzscheiten gehört zum Schulhof für Oberstufenschüler am neuen Anbau des Gymnasiums. „Zum einen ist mein Kunstwerk zum Anschauen da, zum anderen soll es die Schüler pädagogisch dazu bringen, achtsam mit Kunst umzugehen und sie zu pflegen“, so der Künstler.

Der Kontakt kam über Hiltrud Zilles zu Stande, die einen Kunst-Leistungskurs unterrichtet. „Ich fand es interessant, ein Kunstobjekt gemeinsam mit Schülern und einem Künstler zu entwickeln“, so die Pädagogin. Den Auftakt bildete ein Besuch im Atelier Jan de Weryha-Wysoczanski in Hamburg. „Die Schüler haben zunächst eigene Vorstellungen entwickelt, aber die waren nicht zu realisieren“, so die Pädagogin. Der Künstler, der aus Danzig stammt und in Polen sehr bekannt ist, fand die Erfahrung der Zusammenarbeit belebend. In Polen läuft gerade eine Ausstellung seiner Werke in einer Galerie, eine zweite im Museum wird gerade vorbereitet. Seit 1981 ist er als freischaffender Künstler etabliert.

„Ich arbeite seit zehn Jahren mit Holz. Bei dieser Installation wollte ich Holzstrukturen zeigen, in die man hineinsehen kann.“ Dafür ist das Holz gespalten worden und zeigt sich dem Betrachter gleichsam von der Innenseite her. „Das ist Holz aus einer anderen Sicht.“ Rubinie nennt sich der Baum, ähnlich einer Akazie, von dem das Holz stammt, das wegen seiner hohen Witterungsbeständigkeit ideal für eine Plastik unter freiem Himmel ist. „Es dauert 60 Jahre, bis das Holz verwittert.“ Zuvor wechselt es die Farbe - ein Effekt, der vom Künstler gewollt ist. „Das Ergebnis gefällt uns gut“, befanden Anika und Alexei aus dem Kunstkurs. „Allerdings hätten wir es uns größer vorgestellt.“ Jasmin lobte die Klarheit des Gebildes, das mit seinen geschwungenen Rändern die Form der Wege aufgegriffen hat. „Es ist eine amorphe Form“, so der Künstler, „es kann eine Niere sein, aber auch ein gestaltloser Einzeller, eben amorph.“ Die Scheite stecken lose in einer Umrandung aus Stein. „Hier ist es die Aufgabe der Schüler, das Kunstwerk zu pflegen. Wenn ein paar Scheite umkippen, müssen sie das Kunstwerk immer wieder neu herstellen.“



Weitere Informationen zu den Arbeiten Jan de Weryhas finden Sie in den Berichten über seine Ausstellung im Museum für Zeitgenössische Skulptur in Polen, die erschienen ist in:

www.kultura-extra.de/kunst/veranstaltung/jan_de_weryha_wysoczanski_oronsko_2006.php

sowie auf seiner eigenen Homepage:

www.de-weryha-art.de

Ra, 10.3.2006