[Stormarner Tageblatt, 7.3.2005]
Vom Ingenieur für Luft- und Raumfahrtechnik über Polizeikommissar bis zum Tierarzt: Zur Berufsbörse am Eckhorst-Gymnasium kamen Vertreter von 30 Berufen nach Bargteheide, um Schülern bei der Orientierung zu helfen.

 

Richterin Heike Meistering (links) erklärt den Schülern Vitali und Jana ihren Berufsalltag.
Foto: Albrod

Bargteheide (Bettina Albrod) – „Es ist bei uns nicht wie bei Richterin Barbara Salesch. Es ist nicht so wie im Fernsehen.“ Heike Meistering muss es wissen, denn sie ist Richterin. Vitali und Jana möchten es wissen, denn sie sind Schüler, die sich für den Beruf interessieren. Sie nutzten am Freitag gemeinsam mit vielen anderen Schülern die Gelegenheit, sich bei der Berufsbörse im Gymnasium Eckhorst nach ihren Berufschancen zu erkundigen.

„Wir haben vor vier Jahren die Idee gehabt, den Schülern aller Bargteheider Schulen die Möglichkeit zur Berufsorientierung anzubieten“, erzählt Lehrerin Birgit Fluhr-Leithoff. „Zum dritten Mal haben wir jetzt Vertreter verschiedener Berufe eingeladen, damit sie im Einzelgespräch oder in Kleingruppen die Fragen der Schüler ab der neunten Klasse beantworten.“ Rund dreißig Ansprechpartner vom Ingenieur für Luft- und Raumfahrtechnik über Polizeikommissarin, Logopädin bis hin zum Tierarzt sprachen über Ausbildung, Chancen auf dem Arbeitsmarkt und persönliche Voraussetzungen für den Traumberuf. „Die Schüler wollen sich allgemein informieren, nehmen das Angebot gut an und haben erstaunlich unterschiedliche Interessen“, so Birgit Fluhr-Leithoff.

Ines interessiert sich für das Hotelfach. „Ich wüsste gerne, welche Ausbildungsgänge es gibt und was für Möglichkeiten ich später habe.“ Christine reizt der pädagogische Bereich. „Was ist besser, Studium oder Lehre, und wo hat man die besten Chancen?“, sind die Fragen, die sie stellen will. Heiß begehrt ist auch ein Job in der Medienbranche. Dafür steht Joachim Müller-Teusler parat, der als Filmproduzent für Werbespots viel gefragt ist. „Ich erinnere mich, dass ich selbst bis kurz vor dem Abitur nicht wusste, was ich mal genau machen will. Da helfe ich jetzt gerne, damit Schüler sich eher orientieren können.“ Er schätzt die Chancen auf den Traumberuf trotz der derzeit schlechten wirtschaftlichen Lage als gut ein. „Man muss es wollen, und man muss sich durchbeißen.“ Wichtig sei, dass man selber etwas tue. „Ein Praktikum zu Schulzeiten ist immer sinnvoll.“ Die Bandbreite der vertretenen Berufe ist groß, das Interesse auch. „Eine Verlagsbuchhändlerin und ein Offizier der Bundeswehr sind auf den ausdrücklichen Wunsch der Schüler gekommen“, so Birgit Fluhr-Leithoff. Drei Stunden dauerte die Berufsberatung, dann kehrte wieder der Alltag ein: Ab heute sehen die Schüler nur noch, wie der Beruf des Gymnasiallehrers so ist.