[Stormarner Tageblatt, 2.5.2005]
Ausgezeichnet: 15 Oberstufenschüler des Gymnasiums Eckhorst haben die umfangreiche Französisch-Prüfung für das „DELF“-Zertifikat erfolgreich abgelegt.

Bad Oldesloe/Bargteheide (ro/kis) – Jetzt konnten sie die Lorbeeren für ihren Fleiß ernten: 15 Schüler des Gymnasiums Eckhorst haben im vergangenen Schuljahr das DELF-Diplom am Institut Française in Hamburg erworben, an der Theodor-Mommsen-Schule waren es elf. Mit dem DELF-Zertifikat können die sprachbegabten Gymnasiasten der Mittel- und Oberstufe jetzt das einzige auch international anerkannte Sprachdiplom für Französisch vorweisen.

DELF steht für „Diplom d'Etude de Longue Française“ und ist fünfstufig aufgebaut. Erst die letzte der sowohl mündlichen als auch schriftlichen Prüfungen berechtigt dazu, ohne Spracheingangsprüfung an einer französischen Universität zu studieren. Nach drei Jahren Fleiß und Ehrgeiz - und mit Unterstützung der Französischlehrerin Hildegard Steil-Ströhmann - haben die Schülerinnen Julia Muxfeld und Wilke Westphal vom Gymnasium Eckhorst dieses Ziel erreicht. Beide haben außerdem Französisch als Leistungskurs belegt. „Dadurch hat sich der Zeitaufwand für den unterrichtsbegleitenden DELF-Kurs in Grenzen gehalten“, sagte Julia Muxfeld.

Die Motivation für die zusätzliche Unterrichtsstunde pro Woche sah bei allen Schülern ähnlich aus: Ein Auslandsstudium in Frankreich zu absolvieren stellt für die Jugendlichen eine verlockende Gelegenheit dar.

„Sprachkenntnisse vorzuweisen und im Ausland studiert zu haben ist heute für jeden Arbeitgeber attraktiv - und wichtig“, begründete Julia Muxfeld ihr Engagement für das Diplom. Das Angebot der Schule, auf die Prüfung vorzubereiten, bewertet sie als sehr positiv. „Ein Diplom ist nun mal was anderes als ein paar Jahre Schulunterricht“.

Jede Stufe der Prüfung kostet 20 Euro. Sie wird von den Mitarbeitern des Institut Francais abgenommen. Aus den möglichen Themenkomplexen Politik, Wirtschaft und soziales Leben hatte Julia sich für letzteres entschieden. Während der Prüfung „plauderte“ sie dann über die Einführung eines Rauchverbots auf öffentlichen Plätzen. Für Julia hat sich das Diplom schon jetzt rentiert: Sie möchte eine Ausbildung mit Studium zur Betriebswirtin machen, Voraussetzung: sehr gute Englisch- und Französischkenntnisse.

Seit Beginn des Schuljahres betreut Matthias Klemm die AG Französisch an der Theodor Mommsen Schule und bereitete die elf Schüler auf das besondere Sprachdiplom vor. Fachliche Unterstützung erhält Matthias Klemm zurzeit von der jungen Französin Marie Oravageot, die mit den Schülern hauptsächlich landeskundliche Gespräche führt. Die 22-jährige Fremdsprachenassistentin aus der Nähe von Paris unterrichtet noch bis Mai als Assistenzlehrerin an der TMS und der Integrierten Gesamtschule. „Französisch ist eine Sprache, die besonders den Frauen liegt“, hat Matthias Klemm festgestellt, denn nur drei Jungen arbeiten in der AG mit. „Alle sind aber sehr motiviert und haben große Lust an der Sprache“, freut sich der Pädagoge. Patrizia Paljuh könnte sich sogar vorstellen, später einmal in Frankreich zu studieren. „Mein Wunsch ist es, Journalistin zu werden“, so die Neuntklässlerin, die bereits für drei Monate als Austauschschülerin in Nantes war.