[Stormarner Tageblatt, 24.3.2003]

Bargteheide/Trittau (Rolf Blase) – In den weiterführenden Schulen in Stormarn wird es in den nächsten Jahren richtig eng. Das zeigen die Prognosedaten der Städte ebenso wie die Zahlen des Kreises. Der zeichnet in Stormarn für fünf Gymnasien verantwortlich: Trittau, Glinde, Großhansdorf sowie Bargteheide, wo es mit Eckhorst- und Kreisgymnasium gleich zwei gibt. Akute Raumnot herrscht in Trittau und im Eckhorst-Gymnasium. Das wird zurzeit von 566 Mädchen und Jungen besucht. Die Zahl soll in den nächsten Jahren um mehr als 100 steigen. Für das zweizügig gebaute Gymnasium bedeutet das in der Sekundarstufe I bereits jetzt eine Drei-Zügigkeit, in der Oberstufe ab 2006. Ab 2008 wird die Schülerzahl sogar auf 675 steigen.

Ähnlich dramatisch sehen die Zahlen in Trittau aus. 770 Mädchen und Jungen besuchen das dreizügige Gymnasium. Die Zahl soll im nächsten Schuljahr auf 820 steigen, bis 2008 sogar auf 900 und mehr Schüler. In seiner Prognose hat der Kreis einen Bedarf von sechs Klassen- und fünf Arbeitsgemeinschafts und Gruppenräumen errechnet. Hinzu kommt, dass nach den Richtlinien des Landes bereits jetzt eine Sporthalle überfällig ist. Vor einer Erweiterung der vorhandenen Halle will man zwar prüfen, ob beim Sportunterricht eine Zusammenarbeit mit dem Schulverband Trittau möglich ist. An der Notwendigkeit neuer Klassen- und Gruppenräumen ändert das aber nichts. In den vergangenen Jahren hatte das nicht ausgelastete Emil-von-Behring-Gymnasium noch Kinder aus dem Südkreis aufnehmen können.

In Großhansdorf soll sich die Schülerzahl bis 2008 auf mehr als 850 erhöhen. Das bedeutet eine Verdopplung innerhalb von zehn Jahren. Ähnlich sieht es im zweiten Bargteheider Kreisgymnasium aus, das zurzeit 684 Mädchen und Jungen besuchen. Den erwarteten Anstieg auf rund 800 in den nächsten sechs Jahren kann die Schule gerade noch verkraften. Eine Entlastung des Eckhorst-Gymnasiums ist damit aber nicht möglich, zumal alle Prognosedaten des Kreises sich nur auf den Ist-Zustand beziehen und kein Bevölkerungszuwachs durch neue Baugebiete berücksichtigen.

"In Trittau und Bargteheide müssen wir erweitern. Wir werden uns in den nächsten 14 Tagen mit den Rektoren zusammensetzen, um eine detaillierte Raumplanung zu besprechen", so Rudolf Maslo aus dem Kreisschulamt. In Trittau würde sich der Dachboden für einen Ausbau anbieten. Das Eckhorst-Gymnasium "ist damals so konstruiert worden, dass ein Anbau problemlos möglich ist", so Maslo. Eine Schätzung, wieviel Geld das den Kreis kosten wird, konnte Maslo noch nicht abgeben. Das Land beteiligt sich am Bau neuer Schulräume mit 55 Prozent der so genannten förderungsfähigen Kosten. Die belaufen sich bei Klassenräumen auf gut 1600 Euro je Quadratmeter, bei Fachräumen auf knapp 2000 Euro. Rudolf Maslo: "Erfahrungsgemäß liegen die tatsächlichen Kosten aber 30 bis 40 Prozent höher.