[Stormarner Tageblatt, 10.5.2003]

Lehrerin Sandra Schulz zeichnete mit ihrem Kollegen Ulrich Frank für das Programm verantwortlich.
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Fachsimpeln am Rande der Veranstaltung: Sparkassensprecher Ulrich Radde, Redaktionsleiter Martin Wichmann und Schulleiter Werner Biernoth (v.l.).
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Bargteheide (wi ) – „Es zischt gewaltig", war im Programm für eine Veranstaltung in der Pausenhalle des Eckhorst-Gymnasiums zu lesen. Was manchen Laien verwirren mochte, war für die Eingeweihten sonnenklar: Es ging nicht um Geräusche sondern das Projekt Zeitung in der Schule, kurz Zisch genannt. 16 achte, neunte und zehnte Klassen mit insgesamt 388 Schülern nehmen daran teil. Es ist bereits die fünfte Auflage dieses Projektes, das vom Stormarner Tageblatt gemeinsam mit der Sparkasse Stormarn sowie den Firmen GlaxoSmithKline, Fielmann AG und Minimax durchgeführt wird. Das Stormarner Tageblatt ist an den teilnehmenden Schulen zurzeit Pflichtlektüre im Unterricht. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich intensiv mit dem Medium Zeitung befassen. Sie sollen üben, eine Zeitung selektiv zu lesen, das heißt, sich gezielt Themen auszusuchen, die sie interessieren.

Gestern war feierlicher Zisch-Auftakt am Eckhorst-Gymnasium in Bargteheide. Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums und der benachbarten Emil-Nolde-Schule hatten ein buntes Programm rund um das Thema Zeitung zusammengestellt. Da wurde eine Redaktionskonferenz des Stormarner Tageblatts aufs Korn genommen, machten Reporter Jagd auf eine Skandalgeschichte und zeigten Schüler und Lehrer auf der Bühne, was man - außer Lesen - noch so alles mit der Tageszeitung machen kann. In seiner Begrüßung ging Schulleiter Werner Biernoth auf die Pisa-Studie ein, die deutschen Schülern schlechte Noten in der Lesekompetenz gegeben hatte. Das Projekt Zeitung in der Schule sei die richtige Antwort auf dieses Problem. Biernoth: "Lesen ist eine Elementarkultur, die man pflegen muss. Und das wird mit Zisch getan." Auch der Sprecher der Sparkasse Stormarn, Ulrich Radde, gab dem Projekt gute Noten: "Unser Geldinstitut ist bereits im fünften Jahr bei Zisch engagiert, und wir sind nach wie vor der Meinung, dass wir etwas Sinnvolles unterstützen." Vorrangiges Ziel sei es, den Schülerinnen und Schülern den richtigen Umgang mit der Zeitung beizubringen. Radde: "Die Teilnehmer lernen die Regionalzeitung als eine wichtige Informationsquelle kennen und schätzen."

Noch bis zum 20. Juni wird das Stormarner Tageblatt jeden Morgen druckfrisch in die Klassen geliefert. Die Schüler sollen die Zeitung nicht nur als Informationsquelle nutzen, sondern auch in Langzeitstudien auswerten. So können sie beispielsweise überprüfen, wie sicher die Wettervorhersagen sind, wo die Unfall- oder Kriminalitätsschwerpunkte im Kreis liegen und ob positive oder negative Nachrichten überwiegen. Höhepunkt des Projektes, das wissenschaftlich vom Institut zur Optimierung von Prüfungsverfahren (IZOP) begleitet wird, ist der Moment, in dem die Schüler selbst als Journalisten tätig werden. Sie recherchieren Themen, die sie aus einem großen Angebot ausgesucht haben. Sie fotografieren und schreiben für die Zeitung. Ab der kommenden Woche werden die Ergebnisse dieser Arbeiten auf Sonderseiten im Stormarner Tageblatt zu lesen sein.