[Stormarner Tageblatt, 6.6.2003]


Dramatische Szenen spielen sich in der Anstalt ab: Jasmin Knop als geknickte Frau Missionar Rose, die hintertücksche Irrenärztin Mareike Höckendorf nebst Missionar Rose (Johannes Fründ) und Frank Homp alias Herbert Georg Beutler.

Foto: boe

Bargteheide (Julia Boecker) – Eine „Komödie” hat Friedrich Dürrenmatt sein 1961 unter dem Eindruck der atomaren Bedrohung geschriebenes Stück „Die Physiker" genannt. „Aber es hat einen galligen Humor, bei dem einem das Lachen im Hals stecken bleibt", erklärt Deutschlehrerin Birgit Fluhr-Leithoff, die das Drama zusammen mit der Theatergruppe der Oberstufe des Eckhost-Gymnasiums inszeniert. Seit Beginn des Schuljahrs proben die 19 jungen Frauen und Männer. Jetzt geht es in die heiße Phase: Am 11. und 12. Juni spielen sie vor Publikum. „Gereizt hat mich der Stoff schon seit Jahren", erzählt Birgit Fluhr-Leithoff. „Es geht um die Verantwortung, die Wissenschaftler mit ihrer Forschung übernehmen - vor allem, wenn die in den Dienst der Politik gestellt wird." Ein Thema, das vor dem Hintergrund der Genforschung besonders brisant sei, so die Deutschlehrerin.

Die Handlung spielt in einer Irrenanstalt: Der Physiker Johann Wilhelm Möbius glaubt, dort ungestört seinen Forschungen nachgehen zu können - ohne dass die Ergebnisse veröffentlicht und damit Schaden anrichten werden. Doch damit irrt er - denn außer zwei Berufskollegen, die sich im Dienste einer Staatsmacht eingeschlichen haben, ist da auch noch die skrupellose Ärztin Fräulein Dr. Mathilde von Zahnd. Damit der Text sitzt, proben die Schüler sogar noch am Pfingstmontag. Mittwoch steigt die Generalprobe. „Wir sind zuversichtlich, dass alles klappt", sagt Birgit Fluhr-Leithoff, die seit zehn Jahren mit Schülern Theaterstücke einstudiert. Die Aufführungen im Eckhorst-Gymnasium beginnen jeweils um 19.30 Uhr. Statt eines festen Eintrittsgeldes werden die Spenden der Zuschauer für einen guten Zweck verwendet: Sie gehen an den Verein „Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung" (IPPNW), der 1985 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.