[Stormarner Tageblatt, 11.5.2002]

Freuen sich über den gelungenen Besuch in Bargteheide: Justyna, Madelena, Magda, Irma, Gabriela, Marta, Krzystov (v.l.) und Lehrer Robert Kolebuk
Foto: Albrod

Bargteheide (ba) – Wenn die 15-jährige Gabriela zurück nach Zmigrod in Polen fährt, nimmt sie viele schöne Erinnerungen und eine Zeichnung mit, die ihr der Sohn ihrer Gastfamilie geschenkt hat. Gabriela ist eine von sieben polnischen Schülern, die auf Einladung des Kreisgymnasiums Eckhorst in Bargteheide waren. "Dieser Schüleraustausch ist eigentlich über den Europaverein zu Stande gekommen", erklärt Lehrerin Hildegard Steil-Ströhmann. In den Herbstferien fuhren sie und ihre Kollegen Silke March-Lange und Björn Zivkovic für drei Tage nach Polen. "Dort wurden wir so freundlich und offen aufgenommen, dass fest stand: Das wird was", erinnert sich Hildegard Steil-Ströhmann.

Jetzt war es so weit: Nach neun Stunden Fahrt im Kleinbus, den die Stadt Zmigrod zur Verfügung gestellt hatte, trafen die Schüler ein und wurden auf ihre Gastfamilien verteilt. "Wir haben eine deutsch-polnische Schülerin, die geholfen hat, Gasteltern zu finden, und das Entgegenkommen der Eltern war so groß, dass wir noch viel mehr Schüler hätten unterbringen können." Die 13- bis 16-jährigen Polen sind alle das erste Mal in Deutschland. "Wir sind sehr herzlich aufgenommen worden", berichtet Irma, die seit drei Jahren Deutsch lernt. Wo Deutsch nicht reichte, wurde auf Englisch oder Hände und Füße zurück gegriffen. "Trotz der Sprachbarriere haben die Kinder sich erstaunlich gut verstanden", erklärt Silke March-Lange. "Bei den Ausflügen war es so, als hätten sich alle schon jahrelang gekannt." Die Ausflüge führten nach Lübeck und zum Hamburger Hafen. Daneben standen Hospitieren im Unterricht und gemeinsamer Sport auf dem Programm. "In Deutschland ist die Schule viel lockerer", stellten die Schüler fest. Besonders gut gefielen ihnen die spontanen Treffen zum Grillen. Nur die frühe Schlafenszeit erstaunte einige. "Um acht ins Bett, das gibt es bei uns nicht. Wir bleiben meist bis halb zehn wach." "Das hier war ein Schnupperaufenthalt", so Deutschlehrer Robert Kolebuk aus Zmigrod. "Aber für die Zukunft planen wir einen regelmäßigen Schüleraustausch." Im Juni sind Bargteheider nach Polen eingeladen.