[Stormarner Tageblatt, 11.2.2002]

Bargteheide (bs/ei) Zweimal im Jahr kommen bei der Dietrich-Bonhoeffer-Realschule alle in Bewegung. Dann wird zu den Sportwettkämpfen aufgerufen. Viel Spaß ist angesagt, und schon bei der Vorbereitung wird die Fantasie gefordert, weil immer wieder neue Spiele entwickelt werden. Die Jugendlichen in die Informationstechnologie einzuführen, ist ein weiterer Schwerpunkt der Realschule. Das geschieht nicht nur im Mathematikunterricht, sondern auch durch eigenständige Gruppenarbeit und mit einer Informatik-AG. Künstlerische Talente könne die Jugendlichen bei Projekten zur Gestaltung des Schulgebäudes und seiner Umgebung entwickeln oder im Theaterkurs, der einmal jährlich eine Aufführung zeigt. Der Sprachunterricht wird durch den regelmäßigen Austausch mit Frankreich und mit einer schwedischen Schule ergänzt, wobei die Unterhaltungen auf englisch geführt werden. 630 Schüler werden zurzeit an der Realschule unterrichtet. Bei Problemen könne sich die Jugendlichen jetzt an Streitschlichter aus den eigenen Reihen wenden. Die Neuntklässler haben gerade ihr Schulungen abgeschlossen und bieten in einem eigenen Raum Sprechstunden an.

Die Zusammenarbeit von Schülern, Eltern und Lehrern bei den Musik-AGs ist eine Spezialität des Gymnasiums Eckhorst. Im Chor ebenso wie im Schulorchester musizieren alle gemeinsam. "Das wirkt sich positiv auf den Zusammenhalt in der Schule aus", betont der stellvertretende Schulleiter Wolf Leichsenring. Ein breites Angebot zur sportlichen Betätigung ist ein weitere Besonderheit der Schule. Der Eckhorst-Cup, der einmal im Jahr ausgespielt wird, ist stadtbekannt. Außerdem gibt es Arbeitsgemeinschaften für Röhnrad, Basketball, Badminton und Fußball, wobei ältere Schüler die jüngeren anleiten. Weitere Besonderheiten: Schon in der Orientierungsstufe beginnt der Unterricht in Chemie und Physik. Auch eine Informatik-AG wird bereits für die Unterstufe angeboten. "Besonderes intensiv kümmern wir uns zudem um den Förderunterricht", so Leichsenring. Das gelte speziell für die Legasthenie. "Das sind Störungen, die behebbar sind." Die sonstigen geistigen Fähigkeiten der Kinder und der Erfolg in der Schule sollen davon nicht eingeschränkt werden.

656 Schüler besuchen zurzeit das Kreisgymnasium Bargteheide (KGB). Für jene, die nach den Sommerferien beginnen, gibt es ein neues, bislang einzigartiges Angebot: die Bläserklasse. Die Schüler können sich ein Instrument, zum Beispiel Klarinette, Querflöte oder Trompete aussuchen, das sie erlernen. Der Musikunterricht wird dran ausgerichtet. Wer musikalisch gefördert wird, kann gleichzeitig ein besseres Lern- und Sozialverhalten entwickeln, erklärt Schulleiter Dr. Hans Ilmberger. Auch beim naturwissenschaftlichen Unterricht wird Neues versucht. Um vor allem die Mädchen im Physikunterricht besser fördern zu können, dürfen sie unter sich lernen. Die Jungen haben in diesem Fach ihre eigene Klasse. Der Chemieunterricht beginnt, ein Jahr früher als im Lehrplan vorgesehen, bereits in Klasse 8. Durch Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Harburg und dem Forschungsinstitut in Borstel soll das Interesse für die Naturwissenschaften vertieft werden. Das jüngste Projekt ist dabei ein Schullabor in Borstel, an dem sich das KGB gemeinsam mit vier weiteren Schulen beteiligt. Sechs Sprachen können am KGB im Unterricht und in Arbeitsgruppen gelernt werden. Neben Englisch, Französisch und Latein stehen für die Älteren Hebräisch, Russisch, Spanisch und Chinesisch zur Auswahl. Einen besonders intensiven Einstieg in die englische Sprache bietet der bilinguale Unterricht, bei den im Fach Erdkunde fast ausschließlich englisch gesprochen wird.

"Man muss den Jugendlichen Zeit lassen, sich zu entwickeln. Dazu gehört, die Entscheidung über die Schullaufbahn lange offen zu lassen", sagt Angelika Knies, die Leiterin der Anne-Frank-Schule. Beste Voraussetzungen bietet die integrierte Gesamtschule, an der zurzeit rund 470 Jugendliche unterrichtet werden. Dort schaffen etliche Schüler deutlich bessere Abschlüsse, als ihnen von den Grundschulen zugetraut wurden. Ein Schwerpunkt sei schülerzentriertes Arbeiten statt Frontalunterricht zu bieten. "Wir trauen den Schülern etwas zu und lassen sie selbst arbeiten. Dadurch sind wir vielleicht die etwas streßfreiere Schule." Eine weitere Besonderheit ist der fächerübergreifende Unterricht in den Naturwissenschaften Biologie, Chemie und Physik bis zur Oberstufe. Verständnis für gesellschaftliche Zusammenhänge wird an der anerkannten Unesco-Projektschule unter anderem durch die Kooperation mit Tanzania geweckt. Großer Wert wird zudem auf die Orientierung bei der Berufswahl gelegt. Dazu ist die Anne-Frank-Schule unter anderem alljährlich Schauplatz und Mitveranstalter der Ausbildungsmesse.

Mit einer Probe der erfolgreichen Theater-AG unter der Leitung von Jörg Peters zu dem Stück "Der kleine Tag", einer Tanzvorführung der neuen Cheerleading-AG und Liedern der Plattdeutsch-AG präsentierte sich die Emil-Nolde-Schule. Die Grund- und Hauptschule hat derzeit rund 400 Schüler. Neben den tradierten kulturellen Veranstaltungen der Schule, wie dem Adventssingen, dem Drachensteigen und dem Emil-Nolde-Projekt, liegt ein Schwerpunkt in der Förderung der Hauptschüler. "Wir nehmen seit September 2001 an dem landesweiten Modellversuch "Lebenslanges Lernen" teil. Ziel ist es, benachteiligten Schülern den Weg in die Berufswelt zu erleichtern. Dabei sind die Einführung eines Berufswahlpasses und der qualifizierte Hauptschulabschluss wesentliche Voraussetzungen für unsere Schüler, um diesen wichtigen Schritt zu schaffen", berichtet Jürgen Holst, der als Hauptschullehrer das Projekt betreut. Die Grund- und Hauptschule Bargteheide-Land, an der die Hauptschüler ebenfalls das freiwillige 10. Schuljahr absolvieren können, bietet den Kindern neben vielen Sportkursen und einer Foto-AG ein breites Angebot im musisch-kulturellen Bereich. So zeigte auch die Instrumentalgruppe unter der Leitung von Heidi Djuballa ihr Können an den Orffschen Musikinstrumenten. Im Werkraum waren die Besucher eingeladen, das Laubsägen zu erlernen und Flaschenöffner herzustellen. Vorlesegeschichten wurden am Tag der offenen Tür ebenso angeboten wie verschieden gestaltete Spielräume und textiles Arbeiten. Besonders wichtig ist der Schule, die derzeit 540 Schüler aus dem umliegenden ländlichen Gemeinden Bargteheides unterrichtet, ihre "Insel". "In die Insel kommen Kinder, die eine Verschnaufpause brauchen und nicht mehr in der Lage sind, am Unterricht teilzunehmen. Aber auch Schüler, die für den Unterricht nicht mehr tragbar sind", erklärt Sozialpädagogin Margrit Bennari die Funktion dieser Einrichtung. Aggressionsabbau, gemeinsame Problemlösung, Entspannung und eine sinnvolle Beschäftigung außerhalb des normalen Unterrichts zählen zu den wesentlichen Angeboten, die die "Insel" den Schülern bietet.