[Stormarner Tageblatt, 9.11.2002]

Sie finden Bargteheide aufregend anders: Die 15 Schüler vom Gymnasium aus der polnischen Partnerstadt Zmigrod. Foto: Nicolai

Bargteheide (ei) – Bargteheide (Maike Nicolai) – Was den polnischen Gastschülern am Kreisgymnasium Eckhorst am besten an Bargteheide gefällt? Die zwölf Mädchen kichern. "Tolle Jungs und schöne Autos." Aber das wollen sie eigentlich gar nicht für die Presse übersetzt haben. "Die Deutschen sind gastfreundlich und sympathisch" einigen sie und die drei Jungen sich auf ein offizielleres Urteil. Seit Dienstag sind die 13- bis 15-Jährigen zu Besuch in Deutschland, heute reisen sie zurück nach Zmigrod. Es ist der zweite Besuch einer Schülergruppe aus Bargteheides Partnerstadt. Ihre Gastgeber fahren im Mai nach Polen. "Wir haben eine große Resonanz in den siebten und achten Klassen gehabt", freut sich Silke March-Lange, die den Austausch zusammen mit Björn Zivkovic und Hildegard Steil-Ströhmann organisiert. Die Jugendlichen aus Zmigrod lernen teilweise erst seit einigen Wochen, teilweise schon seit sechs Jahren deutsch. Die Verständigung klappt in allen Fällen prima. Mit Händen und Füßen, Zeichnungen oder einem Übersetzungprogramm aus dem Internet werden nicht nur nötigste Informationen ausgetauscht. Auch Freundschaften schließen die Gymnasiasten untereinander. "Wir haben natürlich Sprachprobleme. Aber die Gastgeber tun alles dafür, um sie zu überwinden", übersetzt Maria Wierbicka-Jaroszuk, die die Gruppe leitet. Die Möglichkeit, ihre Deutschkenntnisse ausprobieren zu können, habe viele gereizt, nach Bargteheide zu fahren. Am besten gefallen hat den Schülern der Ausflug nach Lübeck. Neben Unterhaltung war für jeden Tag aber auch eine Teilnahme am Unterricht angesetzt. "Hier stehen die Schüler nicht auf, wenn der Lehrer kommt", berichtet Maria Wierbicka-Jaroszuk. Außerdem sei die Schule besser ausgerüstet als die in Zmigrod. "Überhaupt ist hier alles anders, viel neuer als bei uns zuhause."