Hermann Meyer geht nach 31 Jahren am Eckhorst in den Ruhestand

[ Bargteheider Markt vom 6.2.2019 ]

Hermann und seine Welt: Studiendirektor a.D. Meyer auf dem Schulhof des Eckhorst Gymnasiums. Foto: nil
Hermann und seine Welt: Studiendirektor a.D. Meyer auf dem Schulhof des  Eckhorst Gymnasiums. Foto: nil Hermann und seine Welt: Studiendirektor a.D. Meyer auf dem Schulhof des  Eckhorst Gymnasiums. Foto: nil

Bargteheide (nil). Fast wäre die Karriere von Hermann Meyer am Bargteheider Eckhorst Gymnasium vorbei gewesen, bevor sie überhaupt angefangen hatte. Der junge Mann aus Nordfriesland hatte sich nach dem Referendariat auf eine Stelle an der damals noch jungen Schule beworben. Sein Vorstellungsgespräch beim damaligen Rektor Werner Biernoth hätte Meyer dann aber beinahe verpasst. „Ich habe das Gebäude einfach nicht gefunden“, erzählt Hermann Meyer. „Dreimal bin ich daran vorbeigefahren.“ Irgendwann fand er eine Telefonzelle – Handy gab es im Juni 1988 noch nicht. Völlig verzweifelt rief Meyer in der Schule an, schilderte seine Situation und ließ sich den Weg beschreiben. Das Vorstellungsgespräch fand also doch noch statt. Meyer bekam die Stelle. Und blieb. Und blieb, und blieb und blieb. In den vergangenen 31 Jahren füllte er an „seiner“ Schule – neben seiner Lehrtätigkeit in den Fächern Biologie und Englisch – fast alle kleinen und großen Funktionen aus, die den Betrieb „am Laufen halten“. Meyer war Verbindungslehrer, Vorsitzender des Personalrats, Vorsitzender der Lehrerkonferenz, Vorsitzender der Fachschaft Biologie, Vorsitzender des Schulvereins, DaZ-Beauftragter,
Küchenbeauftragter, Verkehrsbeauftragter, Schulwaldbeauftragter, Drogenpräventionsbeauftragter und schließlich auch noch Orientierungsstufenleiter.

Am vergangenen Donnerstag wurde Hermann Meyer offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Und nun? Zu Hause die Füße hochlegen und die Couch plattsitzen? Passt so gut zu Hermann Meyer, wie ein Trikot von Werder Bremen zu HSV-Legende Uwe Seeler. Der „Studiendirektor a.D.“ wie er nun offiziell heißt, bleibt dem Eckhorst noch mindestens ein halbes Jahr erhalten – als Biologielehrer im Angestelltenverhältnis. „Ganz aufhören?“ Hermann Meyer wiederholt die Frage, als müsse er im Dschungelcamp gerade einen Teller lebendige Maden verputzen. „Ganz aufhören? Nee, kann ich mir nicht vorstellen. Ich unterrichte gerne. Außerdem wäre das meiner Meinung nach vergeudetes Know-How.“ Also führt er im kommenden Halbjahr die Schüler seines Biologiekurses zum Abitur. Sein Vertrag endet am 31. Juli. Meyer weiß aber schon jetzt: „Ich würde auch danach gerne weitermachen.“

Zu viel verbindet ihn mit dem Eckhorst Gymnasium. Dabei war sein Plan vor 31 Jahren eigentlich ein ganz anderer: „Ich bin überzeugter Nordfriese und wollte eigentlich zurück an die Westküste“, erzählt er. „Doch dann lief mir ein Mädel über den Weg, eine ehemalige Schülerin des Eckhorst. Die habe ich geheiratet.“ Mit seiner Manuela ist Herrmann Meyer auch heute noch verheiratet. Der gemeinsame Sohn steht mittlerweile selbst vor dem Abitur. Natürlich am Eckhorst, wo auch sonst? Klar hätten sich Schule und Schüler in den vergangenen 31 Jahren verändert, sagt Meyer, aber eines sei am  Eckhorst immer gleich gebliben: „Die Herzlichkeit. Die Schule ist zwar immer weiter gewachsen – als ich anfing hatten wir 300 Schüler, jetzt über 700 – aber das Eckhorst ist immer noch eine sehr herzliche, familiäre Schule. Ich habe hier unglaublich tolle Jahre erlebt.“ Dann schaut Meyer kurz um sich. „Lehrer. Ich finde, das ist der tollste Beruf der Welt.“
Mr abschied